Polen, Kanada, USA, Kemnath

90. Geburtstag feierte Peter Bury (Dritter von rechts) unter anderem mit (von links) Bürgermeister Werner Nickl, Sohn Stefan, Nicole Rischer-Bäumler (Heimverwaltung), Tochter Christina, Pflegedienstleiterin Cilli Gerlang, Altenpflegerin Gudrun Bauschke und Sohn Michael. Bild: wew

Peter Bury kann auf ein wechselvolles Leben zurückblicken, was durchaus auch geografisch zu verstehen ist. Das hat er sogar Schwarz auf Weiß.

Kemnath. (wew) Denn auf der Geburtsurkunde steht Jaroslav, die Heiratsurkunde dagegen ist in New York ausgestellt worden. Und die Glückwunschkarten zu seinem 90. Geburtstag sind - zumindest zum Teil - in Kemnath unterschrieben worden. Aber das sind nur einige der Stationen, zu denen es ihn in seinem Leben verschlagen hatte. Bury kam im polnischen Jaroslav zur Welt. Während des Zweiten Weltkrieges kämpfte er aufseiten der deutschen Truppen und musste daher beim Rückzug der Wehrmacht aus seiner Heimat fliehen. In einem Internierungslager in Liechtenstein fand er sich wieder, floh von dort und kam über Frankreich schließlich in Montreal auf kanadischem Boden an.

Bei einem Besuch bei Verwandten in den USA lernte er in New York seine spätere Ehefrau Thea kennen. Kurz danach kam der Sohn Michael in der amerikanischen Metropole zur Welt. Nachdem sich die Ehefrau nach der Heimat in der Oberpfalz sehnte, siedelte die kleine Familie erneut um und fand in Kastl einen neuen Wohnsitz. Dort wurden Stefan und Christina geboren.

Bei der Firma Leistritz, heute Faurecia, fand der Metallfacharbeiter bis zu seiner Rente einen Arbeitsplatz. Als Ehefrau Thea 1995 starb und die Kinder berufsbedingt nach München und Würzburg umzogen, wollte Peter Bury nicht mehr alleine seine Tage verbringen.

Im "Haus Falkenstein" hat er viele Freunde gefunden und genießt die gute Betreuung. Auf seinen kurzen Spaziergängen um das Heim schmeckt immer noch eine Zigarette an der frischen Luft. Dieses Laster wolle er sich auch im hohen Alter nicht nehmen lassen, betont er freundlich, aber bestimmt. In der Feierstunde zusammen mit seinen Kindern kam so manche weitere Episode zur Sprache.

Den Aufenthaltsraum im BRK-Seniorenheim, in dem Bury seit etwas mehr als drei Jahren seinen Lebensabend verbringt, hatten Betreuungskräften für die Geburtstagsfeier liebevoll vorbereitet. Mit seinen Söhnen Michael und Stefan sowie Tochter Christina mit ihren Angehörigen empfing der Jubilar die Gratulanten. Bürgermeister Nickl überreichte ein Geschenk und freute sich, einen rüstigen Gastgeber anzutreffen, der wahrlich viel zu erzählen hatte.

Auch Arbeitskollegen, mit denen Bury bei der Firma Faurecia viele Jahrzehnte als Stanzer zusammengearbeitet hatte, dachten an ihren früheren Weggefährten.
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