Politiker "vom alten Schlag"

Viele Gratulanten wollten dem Jubilar die Hände schütteln. Von links: Tochter Elisabeth Döbereiner, Enkelin Annika, Sohn Martin, Enkel Michael, Johann Bundscherer mit Enkelin Milena, Enkel Benedikt, Sohn Bernhard, Enkel Florian und Bürgermeister Joachim Neuß. Bild: sck

Als sich vor über 50 Jahren die Freien Wähler in Auerbach gründeten, war Johann Bundscherer einer der ersten, die sich sofort politisch in der Partei engagierten. Vom Wähler getragen, war er lange Jahre Kreisrat, stellvertretender Landrat und leistete noch vieles mehr.

Drei Kinder, sechs Enkel und eine Vielzahl von Verwandten und Freunden gratulierten am Ostersonntag dem gebürtigen Auerbacher Johann Bundscherer zu seinem 90. Geburtstag. Auch Bürgermeister Joachim Neuß überbrachte dem verdienten Kommunalpolitiker der Freien Wählergemeinschaft die Geburtstagsgrüße der Stadt und des Landkreises, samt Ehrenzeichen.

Alle drei Brüder der Auerbacher Schreinerfamilie Bundscherer mussten in den Krieg ziehen. Und während zwei im Krieg ihr Leben lassen mussten, war dem jungen Johann allein das Glück beschieden, gesund in die Heimat zurückzukehren.

Prüfung zum Meister

Der Verlust der Brüder wog schwer und stellte auch die beruflichen Pläne auf den Kopf. Er hatte schon das Studium für das Lehramt begonnen. Aber der elterliche Betrieb war weiterzuführen und so sah er sich dazu veranlasst, das Schreinerhandwerk zu erlernen und die Meisterprüfung zu machen. 1948 heiratete er Blanka Neumüller von der Bäckerei Neumühle. Nach der Tochter Elisabeth kamen Sohn Bernhard und als Nachzügler Sohn Martin zur Welt.

Die Schreinerei baute der eifrige Familienvater zum renommierten Auerbacher Möbelhaus Bundscherer aus. Als sich in den 60er Jahren die Freien Wähler Auerbach gründeten, war er schon ein Jahr später mit dabei. Bei den Kommunalwahlen 1972 wurde er in den Auerbacher Stadtrat gewählt. In den darauf folgenden Wahlperioden war er Stimmenmagnet der Freien Wähler und zog in den Kreistag ein. Als Kreisrat bekleidete er schließlich 1990 bis 1996 das Amt des stellvertretenden Landrats. Sein Engagement am Ort dankten ihm an seinem Ehrentag nicht nur die Kommunalpolitiker sondern auch der Heimat- und Trachtenverein, der MGV, der SV 08 und der SC Glückauf. Auch die Allgemeine Baugenossenschaft Auerbach blickt auf lange Jahre seines Wirkens als Vorsitzender und Vorstandsmitglied zurück.

In der verbleibenden Freizeit frönte er schon früh seinen Vorlieben Reisen und Filmen. Mit dem Wohnmobil ging des dann, ganz dem Interesse an der baulichen Entwicklung und Kultur entsprechend, zu berühmten Schlössern und Burgen vor allem in Deutschland und Österreich. Waren es zuerst Super-8-Filme, so folgten später Videos und schließlich digitale Filme wie Bilder. Daraus entwickelte sich notwendigerweise die Bearbeitung seiner Reiseerinnerungen am Computer als neues Hobby.

Die persönliche Ahnenforschung fand nach der Übergabe der Firma an Sohn Bernhard ihren Platz in der Freizeit des rüstigen Rentners, der sich auch nach dem Tod seiner Gattin im Jahre 2004 als Witwer mit seinen Enkeln und seinen Hobbys auch im hohen Alter geistig fit hält.
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