Polizei wertet im Mordfall Dieter Loew Hunderte von Spuren aus
Trotz Belohnung keine Hinweise

Wernberg-Köblitz. (cv) Auch die Belohnung in Höhe von 25.000 Euro brachte keine neuen Anhaltspunkte im Mordfall Dieter Loew. Der 76-Jährige war kurz vor Weihnachten 2014 in seinem Anwesen in der Graf-Schall-Straße so brutal misshandelt worden, dass er an den Folgen verstarb.

Die Familie des Ermordeten hatte Mitte Juli dieses Jahres 25.000 Euro Belohnung für Hinweise auf die oder den Täter ausgesetzt. "Es hat sich nichts getan. Das hätte mich auch gewundert", so Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier. Wenn jemand in einem Schwurgerichtsverfahren etwas wissen sollte und er bisher schwieg, habe er wohl gewisse Gründe. Daran würden wohl auch die 25 000 Euro nichts ändern. Ein langes Zurückhalten wichtiger Informationen berge zudem das Risiko, dafür strafrechtlich belangt zu werden.

Kein Haftbefehl

Wie berichtet, gerieten die 52-jährige getrennt lebende Ehefrau von Dieter Loew und ihr Partner, ein 26-jähriger Polizist, ins Visier der Ermittler. Mit einem Großaufgebot rückte die Polizei an, durchsuchte Häuser, Wohnungen und Liegenschaften. Die Beamten stellten Gegenstände und Dokumente sicher, von denen laut Staatsanwaltschaft nicht auszuschließen war, dass sie eine Verbindung zum Tatanwesen hatten. Ermittelt wurde wegen Mordes und schweren Raubes mit Todesfolge. Laut Dr. Strohmeier gibt es unterschiedliche Definitionen von Tatverdacht. Der vorliegende rechtfertigte die Durchsuchung. Die höchste Form des dringenden Tatverdachts - verbunden mit einem Haftbefehl - sei nicht gegeben. Die beiden Beschuldigten seien nach wie vor auf freiem Fuß.

Noch einige Monate

Derzeit werden weiterhin alle Spuren, die seit dem 22. Dezember 2014 gesichert wurden, abgearbeitet: "Zeugenaussagen, Hinweise, Spuren am Tatort, Ermittlungen in wirtschaftlicher Hinsicht, was das Tatopfer anbelangt". Man versuche auch den finanziellen Hintergrund zu durchleuchten. Dr. Strohmeier rechnet "mit einigen Monaten", bis ihm die Endermittlung der Sonderkommission "EG Wernberg" der Kripo Amberg vorgelegt wird.

"Für eine so schwierige Ermittlung in einem Schwurgerichtsverfahren ist das nicht unverhältnismäßig lange", betont Dr. Strohmeier mit Blick auf "Hunderte von Spuren". "Wir nehmen uns die Zeit, die wir benötigen". Wenn ein Mensch gewaltsam ums Leben gebracht worden sei, sei es geboten, sich intensiv um Aufdeckung und Aufklärung zu bemühen.
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