Praktisch und auch schön

Von Glaskünstler Cornelius Réer nahm Pfarrer Moritz von Niedner beim Gottesdienst in der Christuskirche den Abendmahlskelch entgegen. Bild: cs

Im Gedenken an die Reformation vor fast 500 Jahren reichte Pfarrer Moritz von Niedner in der Christuskirche erstmals den evangelisch-lutherischen Christen beim Abendmahl den "Wein", tatsächlich war es Traubensaft, in einem neuen Glaskelch.

Auf eine eigene Weihehandlung wird bei Abendmahlsgeräten verzichtet, sie erfolgt in Form des in Gebrauch nehmens. "Wir wollen den Kelch weihen und in den Dienst des Heiles stellen." Die Anschaffung des Abendmahlskelches einschließlich Glaskaraffe wurde vom Kirchenvorstand beschlossen, auch im Hinblick auf das Abendmahl mit Kindern.

"Die Suche nach einem Glaskelch war gar nicht so einfach", schilderte der evangelische Pfarrherr den Gottesdienstbesuchern. Sie sollten nicht nur praktisch sein, sondern natürlich auch schön. Der Nürnberger Glaskünstler Cornelius Réer habe sich darauf eingelassen und zusammen mit dem Kirchenvorstand einen Entwurf erarbeitet. Der 54-jährige gebürtige Coburger kann auf viele Auszeichnungen und Preise (darunter Staatspreise und Kulturförderpreis) vorweisen. Ziel seiner Arbeit ist es, Dinge zu gestalten, die sich in Hinblick auf Funktion, Ästhetik und Eindeutigkeit selbst erklären. Seine neue Werkstatt steht in Nürnberg.

Das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 gelte, so Pfarrer von Niedner, als Gedenktag und Bußtag für die Kirchenspaltung. "Es hat dabei auch Verletzungen gegeben, die es zum Teil noch gibt", räumte er ein. Luther wollte die Kirche erneuern und zurückführen auf ihre Grundlagen, was die Kirchenspaltung nach sich zog - die aber nicht im Interesse Luthers gelegen habe.
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