Pralle Backen zur Ehre Gottes

Viel Luft brauchen die Mitglieder des neuen Posaunenchors in der evangelischen Christuskirche bei ihrem Auftritt. Auerbach ist die jüngste Gemeinde im Dekanat, die ein solches Blechbläserensemble bekommen hat. Hintergrund für diese späte Einrichtung war, dass es bislang keine Möglichkeit gab, Unterricht zu nehmen. Das änderte sich nach dem Bezirksposaunentag 2011.

Damals hatte der Dekanatskantor Jörg Fuhr einen Traum. Er hoffte auf einen Impuls für die Auerbacher Kirchengemeinde. Bläsergruppen gebe es in jeder Gemeinde des Dekanats außer hier. Immerhin gebe es viele Musiker und Kapellen in der Bergstadt. Auch die katholischen Christen gehen gerne mit Bläsergruppen auf Wallfahrt. "Das ehrenamtliche Mitwirken in solch einem Ensemble ist ein Stück gelebter, gespielter Glaube", betonte Posaunenobmann Matthias Öffner, der mit Fuhr zusammen predigte.

Besucher begeistert

Nur wenige Wochen vorher hatte Richard Roblee mit seiner "Very little Big Band" die Besucher in der Auerbacher Christuskirche begeistert und in manchem Zuhörer den Wunsch geweckt, ein Blechblasinstrument zu erlernen. Im September 2012 starteten vier Erwachsene und drei Kinder ihre Ausbildung. Jörg Fuhr, er ist inzwischen Kirchenmusikdirektor, begann gleich, Werbung für einen Posaunenchor in Auerbach zu machen.

Im nächsten Gemeindebrief schrieben die Pfarrer, dass es unter Leitung von Klaus Hammer einen dekanatsweiten Anfängerkurs geben wird. Schnell fanden sich interessierte Musiker, die knapp zwei Jahre einmal pro Woche nach Schnabelwaid zur Ausbildung fuhren. Die gesamte Pfarrersfamilie von Niedner war auch dabei. Kerstin Syttny und Moritz von Niedner spielen Posaune (Bass), Richard von Niedner, ältester Spross der Pfarrersfamilie, lernte ebenfalls Posaune (Tenor). Konrad von Niedner bläst die Alt-Trompete, Eugen Müller und Brigitte Grüner spielen Sopran-Trompete, die bei Chorälen die Melodieführung inne hat. In Ausbildung sind seit September 2014 Theresa Syttny sowie Helga und Johann von Niedner, sie lernen alle drei Trompete, zurzeit Altstimme. Im September 2012 fand die erste Unterrichtsstunde bei Klaus Hammer im Gemeindehaus Schnabelwaid statt, damals noch zu siebt. Eine Trompeterin hat allerdings nach der Ausbildung aufgehört. Am 7. Februar 2013 gab's eine Übungsstunde im Kreis der Auerbacher Bläser, übergangsweise unter der Leitung von Moritz von Niedner.

Es folgten diverse Auftritte bei Konfirmationen, Kirchweihen, beim ökumenischen Gottesdienst zum Stadtjubiläum oder bei der Eröffnung der Bergwerksweihnacht. Manche fanden in Zusammenarbeit mit den Dekanatsposaunenchören statt, wie kürzlich die ökumenische Wallfahrt in Auerbach. Ansonsten gab es auch ein paar Auftritte mit Klaus Hammer und dem Kurs, etwa ein Geburtstagsständchen bei Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner in Bayreuth.

Märsche und Jazz

Den Chor leitet inzwischen Reinhard Potzner aus Betzenstein. Am wichtigsten zu spielen sind Choräle, also Kirchenlieder. Das evangelische Gesangbuch wird geprobt, dazu gibt es spezielle Posaunenchorliteratur. In den Bläserheften finden sich auch besondere Bearbeitungen von Kirchenliedern, swingende, jazzige Stücke, Märsche oder besondere Intraden. Zur Eröffnung probt die Gruppe ein Stück von Traugott Fünfgeld für Orgel und Bläser. Orgel spielt dabei Markus Weber. Aber auch Weltliches gab es schon. "Wir spielten schon die Titelmusik aus Fluch der Karibik."

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.christuskirche-auerbach.de
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