Preise bleiben im Keller

BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann berichtete auch Erfreuliches: Die Unfälle gehen zurück.

Die Misere bei den Erzeugerpreisen treibt die Landwirte um. Josef Wittmann bat den Handel, die Situation nicht weiter auszunutzen. Hinzu kommen neue Auflagen, der Sachkundenachweis etwa.

Bei der Gebietsveranstaltung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) im Gasthaus Schmidbauer sprach im Beisein von Ortsobmann Eduard Gietl Roland Marchl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vor 29 Landwirten über Neuerungen und Änderungen. Er informierte zunächst über die aktuelle personelle Besetzung des Amtes. An der Landwirtschaftsschule in Nabburg befinden sich derzeit 47 Studierende. Unter www.weiterbildung.bayern.de könnten sich interessierte Landwirte zu den Bildungsprogrammen "Wald" und "Landwirt" informieren und anmelden.

Beim Pflanzenbau gebe es bei den Kernsperrfristen keine Änderungen. Ab 1. Januar gilt das Verbot für nach oben abstrahlender Gülleverteiltechnik. Außerdem ist ein Sachkundenachweis für alle Pflicht, die Pflanzenschutzmittel kaufen, anwenden, verkaufen oder über Pflanzenschutzmittel beraten. Seit 26. November darf der Handel Pflanzenschutzmittel für berufliche Anwender nur noch gegen Vorlage der neuen Sachkundenachweis-Karte abgeben. Außerdem erläuerte der Fachmann noch Investitionsförderungen.

"Was für die heimische Landwirt-schaft wichtig ist" nannte der BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann. Das größte Problem in der Landwirt-schaft stelle die Erzeugerpreismisere dar. Hier ermahne der BBV die Schlachtwirtschaft und den Lebens-mitteleinzelhandel, die sowieso an-gespannte Lage nicht weiter auszu-nutzen. Dazu sei das Verbot des Ver-kaufs unter Einstandspreis sicher zu stellen. Zudem müssten Export-märkte erschlossen und ausgebaut werden.

Die EU müsse Verhandlungen über die Aufhebung von sanitären und phytosanitären Beschränkungen für den Rußlandexport verstärken. Forderungen des Bauernverbandes würden vonseiten der Politik nicht ernst genug genommen bzw. ließen entsprechend lange auf sich warten, beklagte Wittmann. Die Risikoaus-gleichsrücklage zum Beispiel sei bis dato nicht realisiert worden. Die Novellierung der Düngeverordnung streifte auch Wittmann kurz. Die Entwicklung zum "Tierschutz und Tierwohl" verdeutlichte er mit Plakatbeispielen. Erfreulich: Die Zahl der gemeldeten Unfälle gehe zurück. Änderungen seien bei der Hofabgabe geplant, bemerkte er.
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