Preisgarantie für drei Jahre

Die neu gewählte Vorstandschaft der Erzeugergemeinschaft Stulln für Qualitätskartoffeln (vordere Reihe von links) besteht aus Vorsitzendem Herbert Obermeier, den Stellvertretern Florian Mauerer und Erich Schlagenhaufer sowie vier Beiräten (hintere Reihe). Bild: ohr

Das Familienunternehmen Burgis - mit Sitz in Neumarkt - setzt in Kooperation mit der Erzeugergemeinschaft Stulln für Qualitätskartoffeln ein positives Zeichen: Trotz der schwierigen Situation im Vorjahr werden die Preise erstmals vertraglich für drei Jahre festgelegt.

Schwarzenfeld/Stulln. (ohr) Dieser Zeitraum ermöglicht den Landwirten eine längerfristige Planungssicherheit und Raum für Investitionen, so das Fazit von Geschäftsleiter des Familienunternehmens, Timo Burger, in der Jahreshauptversammlung im Jugendheim.

Vorsitzender Herbert Obermeier betonte, dass die Garantie der Preise und Konditionen für drei Jahre für eine partnerschaftlich ausgerichtete Zusammenarbeit spreche. Neu und verpflichtend festgeschrieben ist für die Vertragslandwirte das Anlegen von Blühstreifen an den Randbereichen eines Kartoffelackers. Die Vertragsmenge für 2015 sieht 11 000 Tonnen mit dem Gütesiegel "Geprüfte Qualität Bayern" (GQB) vor. Die jährliche durchgehende Kontrolle der Bodenbearbeitung, der Düngung, des Anbaus, des Pflanzenschutzes, der Aufbereitung und der Verarbeitung gewährleistet eine nachhaltige Produktion mit dem regionalen Rohstoff. Abschließend stellte Obermeier "die unheimlich gute Zusammenarbeit" heraus.

Geschäftsführer Josef Irlbacher präsentierte die Jahresbilanz und einen positiven Bestand. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis: Vorsitzender ist weiterhin Herbert Obermeier, Stellvertreter sind Florian Mauerer und Erich Schlagenhaufer, Beiräte Hans Bruckner, Michael Gietl, Franz Lukas und Martin Schönberger. Die Kassenprüfung übernehmen Andreas Bartmann und Willi Fick.

"Cascada" aufnehmen

Ein milder Winter 2013/2014 und ein trockenes Frühjahr bescherten dem Landwirt im letzten Anbaujahr gute und frühe Anbaubedingungen, erinnerte der Leiter für Einkauf und Controlling bei Burgis, Johannes Seemeier. Aber der nasse Herbst verursachte extrem schwierige Bedingungen zum Roden und Einlagern. Insgesamt waren die Qualitäten sehr zufriedenstellend. Alternativ zur Sorte "Gala" empfiehlt der Sprecher, "Cascada" mit einem hohen Stärkegehalt ins Anbauprogramm aufzunehmen.

Qualität ist Trumpf

"Guter Rohstoff aus der Region - gute Endprodukte", brachte es Burgis-Geschäftsleiter Timo Burger auf den Punkt. Das Unternehmen stelle hohe Anforderungen an die Qualität und baue langfristig auf eine gute Versorgung aus der Region. In seinen weiteren Ausführungen ging der Repräsentant ausführlich auf das Marketing und Veränderungen im Verbraucherbewusstsein ein. Die Kunden setzen vermehrt auf Qualitätsartikel mit Marke. In der Unternehmensvision denke Burgis nicht an sprunghafte Zuwächse. Das Unternehmen will seine Produkte "als Wertschöpfung auf dem Markt etablieren."

Im Kartoffelanbau ist in Deutschland eine leichter Aufwind zu beobachten, informierte Christian Beer von der BayWa. Die Kartoffelernte 2013 mit 9,2 Millionen stieg in 2014 auf 11,5 Millionen Tonnen an. Der Pro-Kopf-Verbrauch reduzierte sich kontinuierlich ab 1995 von 72,8 auf aktuell 57,7 Kilogramm. "Die Produktion hochwertiger Kartoffel muss das Ziel sein", lautete sein Resümee.

Drahtwurm ein Problem

Von den angelieferten Sorten der Erzeugergemeinschaft - Laura, Krone und Gala - schnitt letztgenannte sehr gut ab, berichtete Kartoffelqualitätsprüfer Thomas Zirngibl vom Erzeugerring. Man muss allerdings den Drahtwurm in den Griff bekommen. "Die Erzeugergemeinschaft Stulln arbeitet professionell und erfolgreich", betonte Landwirtschaftsdirektor Reinhold Witt (AELF Schwandorf). Das Produkt werde durch den Erzeuger und den Verarbeiter zukunftsfähig gemacht. "Die Spezialisten legen Wert auf Qualität", so der stellvertretende Vorsitzende des BBV-Kreisverbandes Schwandorf, Alfred Bauer.
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