Preißacher Bauernverband informiert sich über Zecken
Gefährliche Plagen

Einst galten die Spinnentiere nur als leidige Blutsauger. Doch längst nehmen Mediziner wie Dr. Franz Josef Putz Zeckenstiche nicht mehr auf die leichte Schulter. Über Risiken und Schutzmaßnahmen informierte der Arzt aus Wernberg-Köblitz auf Einladung des Bauernverbands im Gasthof Lober.

Vor allem zwei Krankheiten würden Zeckenstiche übertragen, hielt Putz fest. Lästig sei die Borreliose, die höchst unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen könne. Besonders häufig beobachte man Hautrötungen, aber auch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen: "Manchmal wird die Borreliose mit einer Sommergrippe verwechselt." Von der Infektion bis zum Ausbruch könnten etwa vier bis sechs Wochen vergehen. Putz riet, bei Verdacht frühzeitig den Arzt aufzusuchen: "In manchen Fällen lösen die Erreger eine Herzmuskelentzündung aus."

Gefährlicher sei die Frühsommer-Hirnhautentzündung oder FSME. Sie mache sich etwa eine Woche nach der Infektion mit schlaganfallähnlichen Symptomen bemerkbar: "Man kann nur Symptome lindern, in 30 bis 40 Prozent der Fälle bleiben Dauerschäden wie Lähmungen oder geistige Behinderungen zurück."

Nicht jeder Zeckenstich sei infektiös, stellte Putz klar. In Hochrisikogebieten wie der Oberpfalz bestehe jedoch immerhin bei jedem 20. Stich ein FSME-Ansteckungsrisiko. Das Borrelium trügen etwa ein Viertel der Zecken in sich. Allerdings würden in fünf Jahren wohl neun von zehn Zecken von einem der beiden Erreger befallen sein. Da FSME nicht heilbar ist, sei eine FSME-Impfung ratsam: "Die heutigen Impfstoffe sind sehr gut verträglich, die Impfung wird von der Kasse bezahlt."

Werde man trotzdem von einer Zecke heimgesucht, sollte sie schnellstmöglich, innerhalb von vier Stunden, entfernt werden. Am besten greife man den Parasiten hautnah mit einer speziellen Pinzette, Zange oder Fadenschlinge und ziehe sie gerade aus dem Einstich heraus. Der Hinterleib sollte nicht gequetscht werden, weil dies zu einem Ausstoß von Krankheitserregern führen könnte. Den gleichen Effekt könnte ein Betupfen mit Substanzen wie Öl, Alkohol oder Nagellackentferner haben: "Im Todeskampf speit die Zecke oft erst recht Bakterien in die Stichstelle." Haustiere sollte man ebenfalls von den Plagegeistern befreien.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.zecken.de
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