Premiere im Bühnen-Fundus

Die Theaterspieler freuen sich auf die Premiere im Wutschdorfer Haberl-Anwesen. Die Bauernbühne hat den Hof neben der Pfarrkirche St. Martin gepachtet und nutzt ihn für ihren Fundus. Bild: upl

Sieben Stücke las Benno Schießlbauer, das letzte war dann der Volltreffer. Und deshalb führt seine Bauernbühne das Volksstück "'s Schwalberl" auf. Und zwar unter freiem Himmel.

Vor drei Jahren hat die Freudenberger Bauernbühne das sogenannte Haberl-Anwesen in Wutschdorf gemietet, seit zwei Jahren ist dort der Fundus der Laienspieler untergebracht. Das Areal verfügt über einen großen, schönen freien Hof - und da kam Spielleiter Benno Schießlbauer eine Idee: "Das passt doch ideal für ein schönes, altes Volksstück." Diese Gedanken setzt er ab Samstag, 11. Juli, mit seinen Laiendarstellern in die Tat um. Die Spieler führen dann das Stück "'s Schwalberl" auf.

Schießlbauer erinnert sich, dass er auf der Suche nach dem passenden insgesamt sieben Stücke las - das letzte war es dann. "Das war genau das, was ich mir vorgestellt habe", freut er sich. Einerseits sei es lustig, andererseits gehe es auch unter die Haut und sei ein bisschen traurig. Der Regisseur schildert in groben Zügen den Inhalt, zu viel verraten will er aber nicht; vor allem nicht, wie es ausgeht.

Das "Schwalberl" ist ein Waisenkind und wuchs mit Leonhard auf dem Rauchensteinerhof auf, der dessen Onkel gehört. Als der alte Mann stirbt, denken alle, der Neffe bekommt den Hof - doch das Testament taucht nicht auf. Was wäre ein Volksstück aber ohne die Irrungen und Wirrungen in Liebesdingen - bei "'s Schwalberl" kommt natürlich dieses Thema nicht zu kurz. Denn: Leonhard und das "Schwalberl" sind sich sehr zugetan - sehr zum Missfallen derer, die sich durch eine Erbschaft Vorteile erhoffen.

"Es ist ein Stück mit vielen Parallelen zur heutigen Gesellschaft", urteilt Benno Schißlbauer. Intrigen kommen seinen Worten nach ebenso vor wie Voreingenommenheit. Das Stück spielt um 1990 und Schißlbauer ist überglücklich, dass er die originalen Musiknoten von 1895 aufgetrieben hat - durch Zufall. "Ich war mir noch nie so sicher beim Lesen eines Stücks, dass es passt, für die Spieler, aber auch für das Anwesen."

"Das ist für uns Neuland"

Nicht nur die Zuschauer dürften gespannt sein auf das, was die Freudenberger auf die Bühne bringen werden. Auch der Spielleiter selbst ist sehr interessiert, wie es beim Publikum ankommen wird. "Auch für uns ist das Neuland", sagt er und meint damit beileibe nicht die Freilicht-Erfahrung. Die nämlich haben die Freudenberger längst durch den Brandner Kaspar, den sie sehr erfolgreich auf dem Wutschdorfer Kirchplatz gezeigt haben. "Es ist eine komplett neue Spielstätte", erklärt der Regisseur. "Dort ist noch nie gespielt worden." Längst hat er klare Vorstellungen von der Umsetzung dieses Volksstücks: "Wenn es so wird, dann wird's richtig gut." Seit Ende April studieren die Akteure das Stück ein, doch eine intensive Zeit des Probens liegt noch vor ihnen. Für das Haberl-Anwesen ist es eine Premiere, für einen der Freudenberger Spieler ein Jubiläum: Erwin Altmann feiert nämlich mit "'s Schwalberl" sein 25-jähriges Bühnenjubiläum.

Eingespielt und live

Auch die Musik kommt bei dem Stück in drei Akten nicht zu kurz. Wie Benno Schißlbauer erklärt, gibt es Einspielungen (aufgenommen im Studio von Ingrid Gehricke), aber auch Live-Musik von Gerhard "Bifi" Köbler, außerdem singen einige der Spieler.
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