Pressather Fähnlein organisiert Feldlager zum 20-jährigen Bestehen - Drei Jahre ...
"Größtes Ereignis seit schwedischer Belagerung"

Pressath. (bjp) Die Gründung des Pressather Fähnleins vor 20 Jahren durch den Kulturkreis habe einen handfesten Anlass gehabt, hielt Eckhard Bodner bei der Hauptmann-Amtsübergabe (wir berichteten) fest: "1995 feierte Pressath den 150. Jahrestag der Stadterhebung."

Versprechen gebrochen

In Aussicht gestellt habe die Obrigkeit das Stadtrecht schon im 15. Jahrhundert, wusste der scheidende Hauptmann: "Doch das Versprechen wurde nicht eingehalten, obwohl die Pressather 100 Jahre lang an einer Stadtmauer mit drei Toren gebaut hatten. Vielleicht hatten die Kemnather Nachbarn am kurfürstlichen Hof interveniert, um zu verhindern, dass Pressath zur ebenbürtigen Konkurrenz aufblüht."

Historisches Vorbild des Fähnleins sei die Bürgerwehr, deren Existenz vom späten 15. Jahrhundert bis in den Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) hinein belegbar sei. Seit ihrer Gründung habe die Gruppe an Historienfesten wie der "Schlacht bei Schwarzenreuth" 2004, dem "Handelszug auf der Goldenen Straße" 2009, der "Heidelberger Hochzeit" 2013 oder den Stadtjubiläen in Kemnath, Eschenbach, Erbendorf und Grafenwöhr teilgenommen: "Überall waren und sind wir gerngesehen." Das erste Feldlager im Garten von Georg Hausner anno 1999 sei ein "denkwürdiges Ereignis für ganz Pressath" gewesen. Im Mittelpunkt des zweiten Feldlagers 2001 an gleicher Stätte habe die Fahnenweihe durch Stadtpfarrer Ludwig Bock gestanden.

Auf die Jubiläumsfeldlager 2005 und 2010 folgt am 20. und 21. Juni das fünfte Fest: "Dieses Feldlager am ,kiesigen Strand' zum 20. Gründungstag soll alles übertreffen, was jemals in Pressath seit der Belagerung der Schweden im Dreißigjährigen Krieg da war", schwärmte der "Podtner von Weyersperg". Als frischgebackener Hauptmann und Organisator des Feldlagers dankte Reinhard Seidler dem "hohen Magistrat" für dessen Rückendeckung: "Die Vorbereitung in den letzten drei Jahren war nicht einfach, denn viele Vorschriften sind zu beachten, etwa mit Blick auf offenes Feuer oder den Gebrauch von Hieb- und Stichwaffen. Aber am runden Tisch haben sich für alle Probleme Lösungen finden lassen."

Keine Nachwuchssorgen

Um die Zukunft des Pressather Fähnleins ist "dem Seidler" nicht bange: "Nachwuchsprobleme haben wir nicht." Dies bewiesen Ehlen und Emily Esaac, Viola Rivera und Ronja Seidler, die vor der Vest'n mit ihren LED-Leuchtpois einen "Feuertanz" darboten. Nicht vergessen wurden die verstorbenen Kameraden Georg Hausner, Hermann Dietl und Michael Schuster, deren die Festteilnehmer mit einer Schweigeminute gedachten.
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