Problem Netzaberg

Die Winterbegrünung auf landwirtschaftlichen Nutzflächen hat, wie in der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft deutlich wurde, zwei Seiten: Im Winter dient sie als Schutz fürs Niederwild, im Frühjahr stellt sie ein Risiko für die Junghasen dar. Denn wie die Erfahrung gezeigt hat: Vor dem Mulchen der Winterbegrünung bestehen nur geringe Chancen, die Kinderstube der Hasen zu finden. Bild: rn

Das Gebiet ist für Jagdpächter Martin Gottsche ein "Dauerbrenner". Wegen Vandalismus müssten dort jagdliche Einrichtungen, in die viel Zeit, Mühe und Geld investiert werden, unter anderem versperrt werden, berichtete er. Wo? Am Netzaberg.

Unverständnis machte sich unter den Jägern und Jagdgenossen auch breit, als Gottsche in der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft von einem nächtlichen Schuss auf eine Wildsau berichtete, der die US-Militärpolizei auf den Plan rief.

Im Gasthof "Weißes Roß" zogen Jagdgenossenschaft und Jäger Bilanz des Arbeits- und Jagdjahres 2014. "Unsere Jagdpächter und Jäger haben einen super Job gemacht", bescheinigte ihnen Georg Karl, der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft.

Der Jagdvorsteher, der als Vertreter der Jagdgenossen im vergangenen Jahr mehrere Trophäenschauen und jagdliche Versammlungen des Bayerischen Bauernverbandes besucht hat, informierte über Arbeitseinsätze zum Unterhalt der Fluren. Die Verbesserung landwirtschaftlicher Wege ließ sich die Jagdgenossenschaft im vergangenen Jahr knapp 7000 Euro kosten. Dazu gehörte auch das Reinigen von Durchlässen und das Frei-Mähen von Gräben. Für 2015 kündigte Karl die Fortsetzung dieser Bedarfsarbeiten an.

Seitens der Jagdpächter beurteilte Martin Gottsche das Wetter im Vorjahr als eher negativ für die Jagd. Er beklagte den ausgebliebenen Schnee und die Folgen der naturbedingten Eichelmast. Den Rebhühnern bescheinigte er eine stabile Population. "Die Winterbegrünung tut dem Niederwild gut", zeigte sich der Jagdpächter überzeugt. An die Landwirte appellierte er, dazu nicht nur Senf zu verwenden.

"Sehr intensive Aufgabe"

18 erlegte Wildschweine bedeuteten für den Jagdpächter eine "bombige Strecke". Die Schwarzwildjagd sei allerdings eine "sehr intensive Aufgabe". "Wir sind stark hinterher", versicherte er. Als Hauptabschussgebiet nannte Gottsche die Flächen zwischen Eschenbacher Mühle und Bärnwinkel. Eine "problematische Situation" herrsche an der Nordgrenze des Jagdreviers: Dort seien neuerdings viele Schweine unterwegs. Der Abschuss von Rehwild sei erfüllt worden: "dank der Mithilfe wildernder Hunde".

"Bejagen wird schwieriger"

"Wir haben den Abschuss von Reh- und Rotwild nicht ganz geschafft", räumte Jagdpächter Anton Ackermann ein. Er begründete dies mit ungünstiger Witterung und einem "enormen Jagddruck der Nachbarn". "Das Bejagen wird schwieriger", lautete sein Urteil. Das Erlegen von 25 Schwarzkitteln verdanke er den Jagdgenossen, sagte Ackermann. Deren Benachrichtigungen erleichterten den Abschuss enorm. Außerdem seien 13 Füchse erlegt worden.

In der allgemeinen Aussprache war die Winterbegrünung auf landwirtschaftlichen Nutzflächen nochmals ein Thema. Wegen immer weniger Hecken in der Flur wurde sie als ideale Deckung für das Niederwild in der Winterzeit gepriesen. Zugleich aber sei sie ein "Risiko für die März-Hasen". Die Erfahrung habe gezeigt, dass vor dem Mulchen der Winterbegrünung nur geringe Chancen bestünden, die Kinderstube der Hasen zu finden. (Kurz notiert)
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