Professor Lothar Koppers erklärt SPD-Kreisräten die Folgen der Demografie
"Eine große Mär"

Neustadt/WN. (gt) Weitere Themen beschäftigten die SPD-Kreistagsfraktion in der Klausurtagung im Hotel "Herzog Heinrich" in Arrach (wir berichteten) - vom Bereich Asyl bis zum demografischen Wandel.

Laut Bundestagsabgeordnetem Uli Grötsch will die SPD ein Einwanderungsgesetz, um eine notwendige Zuwanderung zu steuern und zu gestalten. "Es ist notwendig, das Aufenthaltsrecht mit inzwischen 50 Aufenthaltstiteln zu entlüften", forderte der Waidhauser. Die Politik müsse handeln. Das ehrenamtliche Engagement wurde in der Diskussion besonders herausgestellt. Viele Bürger helfen bei der Integration.

Mobile Reserve

Probleme in den Kindergärten mit fehlenden Erzieherinnen sprach der Eschenbacher Bürgermeister Peter Lehr an. Oftmals sei eine Art mobile Reserve notwendig, um personelle Engpässe zu meistern. Hierzu will die Fraktion Gespräche mit dem Jugendamt führen. "Wir wollen kinderfreundliche Kommunen und einen kinderfreundlichen Landkreis", forderte stellvertretende Landrätin Margit Kirzinger. Der Eslarner Bürgermeister Reiner Gäbl ergänzte mit dem Hinweis auf eine vorausschauende Jugendhilfepolitik. Der Stellenwert der Erzieherinnen und deren wertvolle Arbeit werde von der Politik nicht entsprechend anerkannt, bedauerte Helmuth Wächter.

Professor Lothar Koppers zeigte die verschiedenen Mechanismen im demografischen Wandel auf. Der Moderator legte Wert darauf, aus Daten Realweltbezüge herzustellen. "Demografie ist eine Vorausberechnung und keine Prognose." Dies betreffe sowohl die Bevölkerungsstrukturen als auch die Bevölkerungsbewegungen. Die Vorausberechnungen seien um ein Vielfaches genauer als eine Prognose. Deutschland erlebe seit Ende der 60er Jahre eine große demografische Veränderung. Das Landleben im Allgemeinen, auch im Landkreis Neustadt, als günstig zu bezeichnen sei eine große Mär, meinte Koppers. Man lebe nicht mehr dort, wo man arbeite. Die Kommunen müssten finanziell im demografischen Wandel überleben. Interessante Daten, die mit Erstaunen zur Kenntnis genommen wurden, befinden sich im Statistikatlas Bayern. Dieser könne jederzeit im Internet abgerufen und auf die Kommunen des Landkreises heruntergebrochen werden.

Hochwertig wohnen

In der Infrastrukturplanung würden sich Nachteile gewaltig verstärken. Dies stelle die strategische Aufgabe der Zukunft dar. Bei den Schülerzahlen müsse ein Rückgang von 20 Prozent der Jahre 2004 bis 2020 verkraftet werden. Eine Analyse der Umzüge von Personen und Familien in andere Regionen sei sehr aussagekräftig. Hochwertiges Wohnen mit geringen Nebenkosten sei gefragt, wie Beispiele aus der Stadt Wunsiedel zeigten.
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