"Projekt Adlerhorst"

Elmar Pöpperl stellte die technischen Details zum "Projekt Adlerhorst" vor. Dabei war ein präparierter Fischadler, der im Alter von neun Monaten verunglückt war. Bild: rn

Tierfreunden bietet sich künftig ein ständiger Blick in die Kinderstube der Eschenbacher Fischadler. Eine Web-Cam soll das Geschehen im Horst auf die Internetseite der Stadt übertragen.

Zur Vorstellung der Technik hatte Bürgermeister Peter Lehr Diplomingenieur Elmar Pöpperl zur Stadtratssitzung geladen. Vor dessen Ausführungen informierte Lehr Stadträte und Zuhörer über die Vorgeschichte des Adlerhorstprojekts.

Seltenes Erlebnis

Angeregt hatte das Projekt Stadtförster Martin Gottsche. In Abstimmung mit dem Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald sowie der Unteren und Höheren Naturschutzbehörde hat sich Gottsche auch um die Planungen gekümmert. Die Kamera soll einen Beitrag zur Umweltbildung leisten, sie mache auf die Belange des Artenschutzes und der Biodiversität (der biologischen Vielfalt) aufmerksam. Außerdem soll das Angebot die Besucher abhalten, vor Ort nach dem Horst zu suchen. Es sei zu jeder Zeit ein Blick in den Horst aus der Ferne möglich. Lehr sagte, dass das Projekt zu 80 Prozent über den Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald gefördert wird.

Elmar Pöpperl griff das Motto "Natur erleben - Kultur genießen" auf. Das Projekt biete die Möglichkeit, ein seltenes Naturerlebnis einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Er erinnerte, dass der Fischadler-Bestand in Bayern im vergangenen Jahrhundert nahezu vollständig ausgerottet wurde. Seit fast zehn Jahren sei im Truppenübungsplatz und in den angrenzenden Regionen eine kleine Population zu beobachten.

Er zitierte die Zeitschrift "Ornithologischer Anzeiger": "Wer Fischadler in Bayern am Horst beobachten möchte, dem sei der Große Rußweiher bei Eschenbach empfohlen. Dort kann man den Fischadlern vom Beobachtungsturm und aus sicherer Entfernung mit dem Spektiv direkt ins Nest blicken, ohne zu stören." Pöpperl zeigte eine Aufnahme von der 2009 errichteten Nisthilfe, die seither von einem Fischadlerpaar angenommen wird: "Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Nutzung dieses Nestes ist sehr hoch, da Fischadler meist in die Nähe ihres elterlichen Horstes zurückkehren."

Bildergalerie

Nun biete sich an, ergänzend zur Ausstellung "Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald" im Hexenhäusl ein "Terminal mit Livebildern" aufzubauen.

Der Diplomingenieur für Elektro- und Netzwerkplanung stellte die technischen Details des "Projekts Adlerhorst" mit den Komponenten Adlerhorst und Hexenhäusl vor. Er regte an, die Livebilder auf verschiedene Internetseiten zu verlinken. Für Überlegenswert hielt er eine Fotogalerie, um die Zeit zu überbrücken, in der das Nest nicht besetzt ist. Stadtrat Franz Fuchs bereicherte die Sitzung mit einem präparierten Fischadler, der im Alter von etwa neun Monaten verunglückt war.
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