Prominente Gastredner

Ein Bild mit Symbolcharakter. Für kalte britische Tage hat sich Matthias Meiller, der aktuell in Oxford studiert, Handschuhe mit der England-Fahne besorgt. Bilder: hfz (4)

Studenten spielen auf dem Campus Quidditch. Sie klemmen sich als Besen-Ersatz Eisenstangen zwischen die Beine. Morgan Freeman und der Anwalt des Massenmörders Anders Breivik waren im vergangenen Jahr Gastredner. Matthias Meillers Studium in Oxford ist alles, aber bestimmt nicht langweilig.

Wenn Matthias Meiller Oxford als eine Marke bezeichnet, hat er sicherlich recht. Schließlich waren an der Universität zahlreiche Berühmtheiten eingeschrieben. Oscar Wilde, J. R. R. Tolkien, Stephen Hawking und Margaret Thatcher etwa. Die Universität brachte mehrere Könige und Heilige sowie Dutzende Nobelpreisträger hervor. Seit rund einem halben Jahr studiert der 24-Jährige selbst in Oxford. Zwar nicht an der Elite-Universität, die in aller Welt bekannt ist, dafür an der Oxford Brookes, die eng mit der Elite-Einrichtung zusammenarbeitet. Einige Professoren dozieren an beiden Unis. Insgesamt ist Meiller zwei Semester in England.

Den Weg, den der 24-Jährige aus Weiher (Amberg-Sulzbach) eingeschlagen hat, ist bemerkenswert. Vor vier Jahren arbeitete er noch als Industriekaufmann in einer Amberger Firma. Irgendwann kam der Punkt, an dem er sich selbst sagte: "Ich muss meine Chance nutzen, um mehr im Leben zu erreichen." Er fühlte sich zu jung, tagtäglich dasselbe zu tun und in einer "gewissen Position zu verharren", wie er es ausdrückt. Er wollte neue Erfahrungen sammeln.

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Deshalb holte er an der Berufsoberschule sein Abitur nach. Mittlerweile studiert er im vierten Semester European Business (Europäische Betriebswirtschaft) an der OTH Regensburg. Dass Meiller zwei Semester in Oxford erleben darf, liegt daran, dass es sich um eine Partner-Uni der Regensburger handelt. Meiller sagt: "Die University of Oxford ist unfassbar teuer." Ganz billig sind die zwei Semester an der Brookes ebenfalls nicht. Weil es aber eine Partner-Uni ist, an der er studiert, ist der Auslandaufenthalt laut Meiller bezahlbar.

Mit der englischen Sprache im Studium kommt er zurecht. Eine zweimonatige Sprachschule in Miami habe ihm dabei sehr weitergeholfen. Ansonsten sagt der Oberpfälzer: "Man sollte keine zu großen Bedenken haben." Der Ablauf ist anders als in Deutschland. Meiller sitzt nicht nur im Hörsaal und lauscht den Dozenten. Nach einer Stunde Vorlesung folgt eine Stunde Seminar mit Fallbeispielen. Die Studenten müssen sich aktiv einbringen.

Meiller hätte auch die Möglichkeit gehabt, an der Oxford Union interessanten Teilnehmern zu lauschen. Er verzichtete allerdings darauf. Pro Semester hätte die Teilnahme laut dem Amberg-Sulzbacher rund 120 Pfund, also etwa 160 Euro, gekostet. Die Gastredner der Oxford Union wären allerdings echte Hochkaräter gewesen. Im vergangenen Jahr waren etwa Morgan Freeman, der Regisseur und Schauspieler der Serie Game of Thrones und der Anwalt des Massenmörders Anders Breivik in England vor Ort.

Die Oxford Union Society dürfte spätestens seit dem Auftritt von Sepp Blatter bekannt sein, als der bei seiner Rede süffisante Bemerkungen über Cristiano Ronaldos Friseurbesuche losließ. Der Fifa-Boss sagte damals, 2013, über den Portugiesen, dass der wie ein Kommandant auftrete. Blatter bekannte sich sogar eindeutig zu Ronaldos argentinischem Dauerrivalen, als es um die Weltfußballer-Wahl ging: "Ich mag beide, ziehe aber Messi vor."

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Nimbus 2000 zu kaufen

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Viele bringen mit Oxford auch Harry Potter in Verbindung. Viele Szenen aus den Filmen wurden in dem englischen Ort gedreht. Das wird touristisch genutzt: Besucher können eine Harry-Potter-Tour buchen und in den Läden Oxfords Zauberstäbe oder den Nimbus 2000 erwerben. Auf dem Campus spielen Studenten sogar Quidditch. Wie Meiller berichtet, gibt es Vereine, die gegeneinander antreten. Zum Zugucken findet es der Weiherer ganz witzig. Junge Frauen und Männer klemmen sich Eisenstangen zwischen die Beine und versuchen einen Ball in eines der drei stilechten Quidditch-Tore zu bugsieren. Aber nicht nur weil Meiller die genauen Regeln nicht kennt, sagt er: "Ich bleibe lieber beim Fußball."

Schließlich ist ja England das Mutterland des Fußballs. Deshalb waren Stadionbesuche für den Oberpfälzer Pflicht. Er kaufte er sich Karten für das Champions-League-Spiel Manchester City gegen Bayern München und ein Heimspiel der Tottenham Hotspurs. Meiller schwärmt: "Als Zuschauer ist man viel näher am Spielfeld, die Atmosphäre ist unglaublich und in England ist sowieso jeder fußballverrückt." Wer mit Meiller spricht, merkt, dass ihm das Studium in Oxford außerordentlich gefällt. Nach diesem folgen zwei Praxissemester - wieder im Ausland. Der Amberg-Sulzbacher freut sich schon, neue Kulturen kennenzulernen und neue Erfahrungen zu sammeln. Geplant, ist, ein Jahr im englischsprachigen Ausland zu verbringen.
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