Prost statt Prosa

Die "Vuastodtmusi" mit Ernst Bitterer (von links), Heiner Kohl und Benno Engelhart gab dem Festabend eine spezielle Note. Unter anderem gaben sie die "Hebt an mit Vinzenz oft den Becher"-Dankeshymne zum Besten. Bild: rn

Nur "Danke" zu sagen erschien dann doch zu einfach. Die Ernennung Vinzenz Dachauers zum Ehrenvorsitzenden des Stadtverbandes kommentierte die "Vuastodtmusi" in lyrischer Form.

"Lieber Vinzenz, dich zu ehren, scheuten wir die Mühe nicht und wir schrieben zur Begrüßung ein paar Zeilen als Gedicht." Mit diesen Versen eröffnete die "Vuastodtmusi" das Zeremoniell zur Ernennung von Vinzenz Dachauer zum Ehrenvorsitzenden des Stadtverbandes. Das Begrüßungsgedicht und die weiteren Auftritte der drei Musikanten waren das Sahnehäubchen des Programms.

Vor den offiziellen Ansprachen hörten die Gäste aus Heiner Kohls Mund unter anderem: "Ich seh' Stadträte, Ordensträger, den Dieter Kies. Dein' Stellvertreter. Er musste viele Jahre warten, bis er als Vorstand konnte starten, weil lang hast Du den Platz gehalten, der Dieter konnt' sich nicht entfalten. ... Wie einst die Fürsten hoch zu Rosse, präsent all der Vereine Bosse. Sie prosten zu in Rede guter und rühmen dich als großen Bruder. ... Sei euch gegönnt, seid frohe Zecher! Hebt an mit Vinzenz oft den Becher! Langt hin, kennt wahrlich kein Erbarmen, bei den', die zahlen, trifft's keine Armen."

Kommentierter Dank

Nicht fehlen durfte ein Hochgesang auf das Tanzpaar Dachauer. Zur Melodie "Du hast so wunderschöne blaue Augen" verkündete die "Vuastodtmusi": "Der Vinzenz ist ein Tänzer wie sonst keiner, wenn er die Christa dreht im Tanzlokal. Sein Schritt ist fest, sein Stil ein männlich feiner. Den Tanzkursschliff man sieht ihn allemal. ... Ob Rumba, Slow Fox, Walzer oder Swingen, man sieht's, den beiden macht das Tanzen Spaß. Dem Vinzenz wachsen dabei noch die Schwingen, in Eschenbach bleibst du das Tänzer-Ass." Dazu passend spielte Benno Engelhart "Il Silentio" mit dem Trio "Mr. Cannibal". Angekündigt im Programm war eine "Dankeshymne mit heiterem Kommentar". Der Kommentar der "Vuastodtmusi" fiel nicht zu kurz aus. Er glich einer Laudatio auf den Senior der Eschenbacher Vereinswelt mit einer sozialen Vita.

Sie enthielt Passagen wie: "Er ist der edle Bürger, der strahlende Komet am Himmel der Stadt Eschenbach. Sieben herausragende Ehrungen mit Ordenszeichen und Urkunden künden von seinen Taten für die Vereinswelt. Eine davon in englischer Sprache bedarf vertiefter Abiturkenntnisse, um sie überhaupt zu verstehen. All diese Auszeichnungen sind nicht nur grabsteinwürdig, sondern grabsteinpflichtig. Das Problem wird einmal der Steinmetz Dilling haben, weil es so einen großen Stein, wo all die Ehrungen eingemeißelt sind, gar nicht gibt. Wahrscheinlich muss er mit einer Beistellstele arbeiten." Die "Vuastodtmusiker" beschrieben den Ehrenvorsitzenden als außerordentlich facettenreich mit unverwechselbarer Verhaltensweise. Zu dieser gehöre der legendäre Griff in die linke Sakko-Innentasche bei den jährlichen Mitgliederversammlungen der Vereine. Dies sei stets die Garantie für ein Spenden-Kuvert gewesen. Aus verschiedenen Festlichkeiten und Anlässen stammten einige Beobachtungen.

Wie ein Staatsmann

"Sehr lebendig im Bewusstsein der Eschenbacher Bürger ist sein royales Feeling oder sein bajuwarisches Prinzregent-Luitpold-Flair, das er verströmte, wenn er im offenen Coupé, sitzend neben seiner Frau Christa, durch die Stadt fuhr und mit dem bischöflich wirkenden Handheben dem applaudierenden Volk am Straßenrand großherzig zuwinkte." Die Abschiedsworte endeten mit einem bemerkenswerten Urteil: "Lieber Herr Dachauer, Sie haben gesellschaftlich unauslöschliche Akzente gesetzt. Sie waren ein toller Hecht im Karpfenteich der Vereine. Deshalb gebührt Ihnen die folgende Dankeshymne."

Stimmgewaltig klang es instrumental begleitet durch die Aula: "Hallo, Vinzenz danke schön. Die Zeit mit dir war wunderschön. Mit viel Herz und Sachverstand führtest Du den Stadtverband. Die Vereinswelt bunt, agil war für dich ein großes Ziel. ... Bei den Festen stets präsent, deine Planung kompetent. Immer war auf dich Verlass, für die Stadt warst du ein Ass. Deine Taten unvergessen, deine Worte nie versessen. War'n Vereine in der Not, holtest Du sie in das Boot. Als Berater, Helfer, Pate war dir nie ein Weg zu schade. Hast Vertrauen aufgebaut, konntest schweigen wunderschön. Als Vereinsrepräsentant warst Du wahrlich ein Gigant. Deshalb schallt es durch das Land: Bleibe treu dem Stadtverband!"
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