Prüflinge streben nichttechnischen gehobenen Dienst an
"Lücken-Füller"

Vier Stunden hatten die Prüflinge Zeit, Lückentexte zu füllen, Fragenkataloge zu deutschen, europäischen und globalen Themen zu beantworten und eine Erörterung über das sogenannte Orientierungsjahr vieler Schulabsolventen zu schreiben. Bild: rn
Weltweite Krisenherde, Schengener Abkommen, demografischer Wandel, Migration in Afrika, Welthandel - die Themen für die über 40 Prüflinge aus dem Gebiet der ehemaligen Landkreise Eschenbach und Kemnath waren breit gestreut. In der Turnhalle der Markus-Gottwalt-Schule stellten sie sich dem vierstündigen Auswahltest für den nichttechnischen gehobenen Dienst.

Den Einstieg bildete die in elf Abschnitte gegliederte Abhandlung "Wir sind jung ...", die 2014 in der "Zeit" veröffentlicht war. In ihr ging es um Lebens- und Arbeitsweise, Lebensgefühl und berufliches Streben der heute 20- bis 30-Jährigen. Gefordert waren danach das Erkennen gemeinsamer Merkmale von Namen und Begriffen sowie ein Lückentext zur Zeit der "68er". Abgefragt wurden zudem die geografische Umgebung von Afghanistan, Begriffe, Namen und Daten zu Geschehnissen seit 1979, die Krisenherde des Nahen Ostens und Nordafrikas sowie die Strukturmerkmale der Welt des 21. Jahrhunderts.

Ukraine und Migartion

Die Krise in der Ostukraine gab Anlass, das Wissen der angehenden Staatsdiener über Entstehung, Aufgaben und jüngste Tätigkeiten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu testen. Nach dem Nachweis von Kenntnissen über das Schengener Abkommen galt es Aussagen zum demografischen Wandel, zu Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur in Deutschland zu beurteilen. Der Bewertung der Aussagekraft von Sprichwörtern folgte als "Kontrastprogramm" die Migration Afrika.

Die Eigenschaften und Merkmale der Verordnung der EU zu Handgepäckskontrollen im Luftverkehr waren ebenso Thema wie die Deflation, die bei geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) eine gewichtige Rolle spielt. Anhand eines Fallbeispiels hatten die Prüflinge zu beurteilen, ob und welche Haftung nach den Rechtsvorschriften des Handelsgesetzbuchs vorliegt. Eine Statistik gab Einblick in den Containerumschlag in 19 Welthäfen. Sie bildete die Grundlage für einen Fragenkatalog. Nach Nachweis von Kenntnissen zu Klima/CO2-Ausstoß, internationaler Rechnungslegung, zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands nach der Wende sowie logischem Denkvermögen und Konzentration folgte der "Endspurt". Mit drei Argumenten war die Entscheidung vieler Abiturienten zu beurteilen, warum sie nach dem Ende ihrer Schulzeit erst einmal ein sogenanntes Orientierungsjahr einlegen und erst danach ein Studium oder eine Ausbildung beginnen.

Als Prüfungsleiter hatte sich wieder Rudolf Danzer zur Verfügung gestellt. Aufsichtspersonen waren Robert Einicher, Max Ott und Manfred Schusser.
Weitere Beiträge zu den Themen: Eschenbach (13379)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.