Putziger Peruaner mit Pelz

Der kleine Bär Paddington ist tollpatschig, aber unglaublich liebenswert. Und er hat immer eine schicke Kopfbedeckung auf dem felligen Haupt.

Ein drolliger kleiner Bär könnte zur Kinderfilm-Figur des Jahres werden. Paddington heißt das Tierchen, das in London ein Abenteuer nach dem anderen besteht. Die Kinderbuchfigur von Michael Bond wird fast 60 Jahre nach der Buchpremiere zum Filmstar.

Jahrhundert sind oft laut, bunt und glitzernd, vollgestopft mit Technik und Effekten. Kann ein harmloser, trotteliger Braunbär aus dem dunkelsten Peru da noch mithalten? "Ja, er kann", findet Paul King, Regisseur der ersten Realverfilmung mit dem Kinderbuchhelden Paddington. Kings Film glänzt mit einer Starbesetzung um Golden-Globe-Gewinnerin Sally Hawkins, Oscar-Preisträgerin Nicole Kidman und "Downton-Abbey-Star" Hugh Bonneville.

Ein blinder Passagier

Die Geschichte ist schnell erzählt: Nach einem Erdbeben im Bärenwald von Peru muss der kleine Bär als einer der wenigen Überlebenden auswandern. Als blinder Passagier auf einem Frachtschiff, ausgestattet mit reichlich Orangenmarmelade zum Überleben, kommt er nach London. Die Familie Brown trifft am Bahnhof Paddington auf das arme, einsame Geschöpf, dessen Tante ihm in Anlehnung an die Kinderverschickung in Kriegszeiten ein Schild um den Hals hängte: "Bitte kümmern Sie sich um diesen Bären - Danke!"

Die Browns werden weich, auch dank der guten Manieren des Bären. Der grüßt stets freundlich und zuvorkommend, wie er es einst von einem englischen Entdecker in Peru gelernt hatte. Sie taufen ihn auf den Namen des Bahnhofs und nehmen ihn mit nach Hause. In dem gutbürgerlichen Haus stellt Paddington allerlei Blödsinn an und erlebt mit den Browns so manches Abenteuer.

Als er unfreiwillig einen Taschendieb stellt, wird Paddington zum Helden. Schließlich gelingt es mit vereinten Kräften auch noch, die böse Tierpräparatorin Millicent (Nicole Kidman) mit ihren miesen Tricks abzuwehren. Kidman glänzt in der Rolle, für deren Zuschlag der Hollywood-Superstar nach den Worten von Regisseur King nur eine Nacht gebraucht hat. "Sie war sofort begeistert, weil die Paddington-Bücher ein Teil ihrer Kindheit waren."

Paul King hat mit "Paddington" einen Film gemacht, der Kinder lauthals zum Lachen bringen wird - und Erwachsene zum Schmunzeln. Autor Michael Bond, heute 88 Jahre alt, hatte 1956 einen Bären im Kaufhaus Selfridges kurz vor Weihnachten als Geschenk gekauft. Darauf baute er seine Kindergeschichten auf, die inzwischen in über 40 Sprachen übersetzt worden sind. Es gab in den 70er Jahren eine Puppentrickserie im Fernsehen, später eine Zeichentrickreihe.

"Sexueller Bezug"?

Natürlich kommt der Film, wie auch viele britische Theaterkomödien für Kinder, nicht ohne eine Verkleidungsszene aus. Weil Hugh Bonneville sich da in der Verkleidung einer Putzfrau ins Museum schleicht, schlugen englische Sittenwächter Alarm und erkannten einen "leicht sexuellen Bezug". Hugh Bonneville konterte auf seine Art: "Ich habe den Film mit ein paar Fünfjährigen gesehen - das einzige Problem, das sie hatten war, dass sie beinahe in die Hosen gemacht hätten vor Lachen."

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Regie: Paul King - Mit Ben Whishaw/Elyas M'Barek (Paddingtons Stimme), Hugh Bonneville, Sally Hawkins, Julie Walters, Jim Broadbent - Musik: Nick Urata - Prädikat: besonders wertvoll - 95 Minuten - frei ohne Altersbeschränkung - Im Internet: www.paddington-derfilm.de
Weitere Beiträge zu den Themen: Magazin (11335)12-2014 (6638)
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