Quadrillen und Indianer

Die Damenquadrille "Dancing Queen" unter Leitung von Renate Schupfner bewies eindrucksvoll ihr Können. Bilder: hia (2)

Es war das Ereignis in 40 Jahren Reiterfest-Geschichte: Mit einem grandiosen Programm, einer Rekordkulisse sowie akrobatischen und choreographischen Spitzenleistungen feierte der Reitclub am Kulm einen vollen Erfolg seines alljährlichen Herzstücks im Veranstaltungskalender.

Das Publikum, das sich auf allen vier Seiten des Reitparcours drängte, war von Anfang bis zum Ende des dreistündigen Programms begeistert. Es fiel auf, dass bemerkenswert viele Besucher bereits pünktlich zum Auftakt des Festprogramms um 13 Uhr die Banden säumten. Sie belohnten jeden Auftritt mit frenetischem Applaus. Dazu passte das sonnige Wetter. Auch das Rahmenprogramm erfuhr beste Resonanz. Die Leute drängten sich durch den Reiterflohmarkt, kauften bei der Tombola Lose und stürmten den Steak und Bratwurstwagen und den Kuchen- und Eisstand.

"Ich bin sehr zufrieden und stolz auf meine Mitglieder und Freunde die dieses Fest wieder super mit gestaltet, lange Vorbereitungen getroffen und fleißig mit angepackt haben", betonte Vorsitzende Renate Schupfner am Ende eines langen Tages und einer monatelangen Vorbereitungszeit. Auch Bürgermeister Manfred Porsch war voll des Lobes angesichts der Kinder- und Jugendarbeit des Vereins. "Im Reitclub ist immer was los - für Klein und Groß", freute sich der Gemeindechef. Respekt nötigte ihm dabei der Umstand ab, dass im Verein eindeutig die Frauen die Hosen anhätten.

Viel Energie hatten die Akteure in die wochenlangen Proben gesteckt. Dazu kam, dass alle Mitwirkenden mit Feuereifer bei der Sache waren. Eröffnet wurde das Jubiläumsfest traditionsgemäß mit der Standarte - eine Augenweide der Aufritt von Janne Junkawitsch, Amelie Kopp und Lisa Burrucker.

Nicht minder die Hochzeitsquadrille des Jugendquartetts unter der Leitung von Sabine Ströhlein mit ihren Bräuten. Ihr folgten Christina Neubing und Janne Junkatwitsch. Sie verzauberten auf ihren Pferden Samson und Lamira mit einer Kür zu irischer Musik. Lisa Burrucker fegte auf ihrem Westernpferd Lucky, begleitet von fetziger Musik, mit rasanten Flaggen-Stunts über den Parcour. Wie immer schön anzusehen waren die Bambinis und Teens mit ihren Voltigierdarbietungen auf dem Schulpferd Stella.

Dazwischen gab es für das Publikum immer wieder Informationen zur Arbeit der Reitlehrer und Betreuer mit den Pferden. Beim Horsemanship stellten Christina Neubing und Angela Raps die Arbeit mit dem Pferd vom Boden aus vor. Sie absolvierten einen Parcours mit einem sogenannten Leitseil. Außerdem zeigten sie mit dem Schimmel Samson das Verladen in einen Pferdeanhänger mit nur einer Person und einem Seil.

Nach der Pause beeindruckte Vanessa Ströhlein als Elfe verkleidet mit ihrer Stute Penny als Einhorn mit einer rasanten Springvorführung. Im Anschluss waren bei den Kleinsten Reitern des Reitclubs "die Indianer los". Bei der Bambini-Reitstunde unter Leitung von Christina Neubing zeigten die Kleinsten, was sie im letzten Jahr gelernt hatten. Sie wurden nicht nur für ihre selbstgebastelten Indianerkostüme mit Süß-und-Knuddlig-Bonbons belohnt. Sie hatten die Lacher und besonders viel Applaus des Publikums auf ihrer Seite, als sie mit dem Vereinspony Willy unter ihrem bunten Indianerzelt hindurch flitzten.

Zum alljährlichen Programmpunkt gehört auch die Damenquadrille. Die Damen des Reitclubs unter der Regie von Renate Schupfner beeindruckten dieses Mal in blau-weißen Kostümen und sauber gerittenen Quadrillen-Figuren unter dem Motto "Dancing Queen". Nach einer weiteren Westernnummer mit Familie Ekelmann und ihren beiden Westernpferden folgte eine Springquadrille mit Schulpferden und Reitschülern des Reitclubs. Ihre Choreographie war das Resultat wöchentlichen Springtrainings bei Vanessa Ströhlein.

Schließlich war eigens für den Jubiläumstag eine Erwachsenen-Voltigiergruppe ins Leben gerufen worden. Sechs junge Amazonen hatten sich zusammengetan und seit Mai dieses Jahres eine ganz spezielle Voltigierkür einstudiert. Ihr Auftritt "Ladys in Black" klappte wie am Schnürchen und beeindruckte einmal mehr die Zuschauer. Sogar das eher schreckhafte Voltigierpferd Nikita zeigte sich von seiner besten Seite.

Den krönenden Abschluss des erfolgreichen und farbenprächtigen Programms bildete der legendäre Auftritt von Lara Fremuth. Sie gab mit ihrem Yakari eine Freiheitsdressur zum Besten und fesselte damit noch einmal das Publikum.
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