Qualität für Jachten und Esstische

Die Firma trägt noch den Namen des Vorbesitzers: Möbelmanufaktur Arnold. Doch auch die neuen Eigentümer können es. Davon überzeugte sich prominenter Besuch vor Ort.

Landrat Andreas Meier, Wirtschaftsförderer Hermann Ach und Meiers Referentin Claudia Prößl waren beeindruckt von der Entwicklung. Vor fünf Jahren hatten die beiden Schreinermeister Thomas Wagner und Martin Kick den Betrieb von Karl Arnold übernommen. Wagner kommt aus einer größeren Schreinerei in Schwandorf, während Kick bereits als Meister bei Arnold gearbeitet hatte.

Auftrag aus der Ukraine

Als "Seniorchef" steht Kreishandwerksmeister Arnold nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite. In den letzten Jahren stieg die Mitarbeiterzahl auf 20. Die Inhaber investierten eine Million Euro in Maschinen und Gebäude. Eine Säule ist der Objektausbau. Zu den Kunden zählten etwa die Logitikfirma IGZ in Falkenberg, eine große Wohnungsbaugesellschaft in Berlin und das Schlosshotel Pillnitz bei Dresden. Eine große Herausforderung war die Kirchenausstattung in Johannisthal. Aufträge kamen bis aus Schweden, Russland und der Ukraine. Zu einem Hauptgeschäft hat sich der Ausbau von hochwertigen Jachten entwickelt. Vor kurzem fertigten die Luher einen Kinosaal für eine 300-Millionen-Euro-Jacht. Für diesen Auftrag waren allein 1400 Planungsstunden nötig.

Derzeit sind drei Mitarbeiter in Amsterdam mit dem Einbau beschäftigt. "Die Ansprüche sind dabei extrem hoch und haben mit herkömmlicher Schreinerarbeit nicht mehr viel zu tun. In dieser Nische gibt es nur wenige Anbieter, denn es sind modernste Maschinen und hochqualifiziertes Personal nötig."

Unter den Mitarbeitern sind acht Meister, die überwiegend mit Planung beschäftigt sind. "Unser Ziel ist es, der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein", erklärt Wagner. Die beiden Geschäftsführer legen großen Wert auf kollegiale Zusammenarbeit. Die Fluktuation sei gering. Kritik übte Wagner an den öffentlichen Ausschreibungen, bei denen ausschließlich der billigste Anbieter zum Zug komme und dabei die Qualität auf der Strecke bleibe, wie der Berliner Flughafen zeige. "In Deutschland haben wir das beste Ausbildungssystem und die besten Handwerker. Wenn man sich aber auf Großbaustellen befindet, wird nicht mehr Deutsch gesprochen."

Unter den Top 100

In der Schweiz erhalte dagegen der Anbieter mit dem mittleren Preis den Zuschlag. Wagner: "Wir sollten unsere Firmen vor diesem Subunternehmertum schützen." Auch Landrat Andreas Meier sieht bei den öffentlichen Ausschreibungen Handlungsbedarf, denn es passiere immer öfter, dass es im Nachhinein teuer werde.

Ein Thema war die Ausbildungssituation. Derzeit hat die Firma drei Azubis, darunter ein Mädchen. Ein Mitarbeiter befindet sich derzeit auf Meisterschule. 1972 hatte Karl Arnold die Schreinerei in vierter Generation übernommen und seitdem 40 junge Leute zum Schreiner ausgebildet.

Stolz sind die beiden Jungunternehmer, dass sie deutschlandweit zu den Top-100-Unternehmen in der Größenordnung bis 50 Mitarbeiter zählen und demnächst dafür in Essen ausgezeichnet werden.
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