Qualität ist Trumpf

Hinter die Kulissen von Kerafol und Koppe-Öfen blickte eine Besuchergruppe aus Kommunalpolitik, Kirche und Kultur. Beim Gang durch die Fertigungsanlagen erklärten Franz und Sabine Koppe (vorne, links und Vierte von links) viel zu ihren Produkten. Bild: rn

Keramikfolien aus der Rußweiherstadt sind weltweit einzigartig. Bei allen Produkten legt die Firma Koppe großen Wert aufs Merkmal "Made in Germany". "Wir fertigen alles hier im Werk, haben keine ausländischen Zulieferer", betonte Sabine Koppe vor einer besonderen Besuchergruppe.

Der Empfang bei Kerafol und Koppe-Öfen im Industriegebiet Stegenthumbach bot Gelegenheit zu vielen Gesprächen. Franz Koppe hieß neben Bürgermeister, Stadträten und stellvertretendem Landrat Albert Nickl auch Abt Hermann Josef Kugler und Pater Lukas Florian Prosch vom Kloster Speinshart sowie die Leiter von Gymnasium und Wirtschaftsschule, Dr. Knut Thielsen und Thomas Reitmeier, willkommen.

Koppe erklärte, es sei gut "dass Kirche und Wirtschaft zusammenkommen". Anlass für die Begegnung war der zweite Termin in der Reihe der Informationsbesuche des Stadtrats bei örtlichen Unternehmen und Firmen. Sabine und Franz Koppe stellten dabei im Werk die Produktionszweige Keramiköfen und -folien vor.

Das 1932 in Leipzig gegründete Traditionsunternehmen hatte sich nach der kommunistischen Machtübernahme in Sachsen 1947 im Eschenbacher Ortsteil Stegenthumbach angesiedelt. Sabine Koppe zeigte sich stolz, dass die Firma einer der wenigen verbliebenen Ofen-Hersteller Deutschlands ist. Die Besucher erfuhren, dass 70 Mitarbeiter jährlich 10 000 Öfen in 1600 möglichen Varianten für den europaweiten Vertrieb fertigen. Erhebliche Entwicklungsarbeit stecke das Unternehmen in die Umweltfreundlichkeit, versicherte Koppe.

Eigenes Forschungslabor

Franz Koppe ließ die Geschichte der 1985 gegründeten Kerafol GmbH Revue passieren, einem High-Tech-Unternehmen für Spezialfolien. Er hob hervor, dass die einzelnen Produkte der breiten Palette an keramischen Folien stets auf konkreten Wunsch und speziellen Bedarf entwickelt werde. Kunden habe sein Unternehmen in der ganzen Welt. Für sie unterhalte das Unternehmen ein Forschungs- und Entwicklungslabor. Laut Koppe finden sich seine Folie in Kühlschränke, Geschirrspüler, Handys, Elektrowerkzeug, E-Autos oder Multimedia-Geräten.

Zukunftsorientierte Produkte

Der Firmengründer verheimlichte nicht den schweren Start: "Idee war, die Leiterplatte, auf die elektronische Bauteile montiert werden, aus Keramik zu fertigen, um ein Trägermaterial zu erhalten, das die nötigen thermischen Eigenschaften mitbringt." Bei Laborversuchen sei so lange getüftelt worden, bis ein Verfahren entwickelt war, mit dem sich bis zu zwei Hundertstel Millimeter dünne Folienschichten herstellen lassen.

Zu den Folien kam inzwischen Filterkeramik mit Verwendungsmöglichkeiten in der pharmazeutischen Industrie und zur Wasseraufbereitung auf Schiffen. Koppe sprach von fünf zukunftsorientierten Produktbereichen und wählte dazu Stichworte wie Festoxidbrennstoffzelle, Hohlfaserkeramik oder Elektrolytsubstrate.

"Die Stadt ist stolz auf solche Hochleistungsbetriebe, von denen auch die Region profitiert", versicherte Bürgermeister Peter Lehr. Als Vertreter des Landrats versicherte Albert Nickl dem "Familienbetrieb mit Herz und einem Herz für die Region" die stete Hilfe des Landkreises.
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