"Quizonkel" versucht's nochmal

Der selbst ernannte "Quizonkel" der ARD, Jörg Pilawa, hatte beim ersten Anlauf seiner neuen Sendung Probleme mit der Smartphone-App zur Show. Diesmal soll alles besser werden. Bild: ARD/Ralph Baiker

Mit dem "Quizduell" wollte die ARD im vergangenen Jahr Fernsehen und mobiles Internet verschmelzen - und legte erst mal einen Fehlstart hin. Nun gibt es einen neuen Anlauf mit Quizmaster Jörg Pilawa.

Wenn Jörg Pilawa am Montag um 18 Uhr das "Quizduell" in der ARD moderiert, hat er es mit einer ziemlich neuen Sendung zu tun. Was verwundern mag, denn die Show lief bereits im vergangenen Jahr - allerdings mit allerhand technischen Pannen. Unterhaltsam war sie dennoch, weil Pilawa im Chaos gekonnt improvisierte. In der neuen Staffel soll nun alles funktionieren. Damit ändern sich die Vorzeichen, das sieht auch der Moderator so. "Ich weiß ja gar nicht, ob die Sendung überhaupt so gut ist, wenn sie technisch komplett reibungslos läuft. Das kann ich gar nicht sagen, weil wir es noch nicht erlebt haben", sagt Jörg Pilawa.

Millionen Kandidaten

"Quizduell" basiert auf der gleichnamigen Smartphone- und Tablet-App, mit der Millionen Menschen täglich gegeneinander spielen. Im Fernsehstudio treten Kandidaten gegen die App-Nutzer an. Beim sogenannten Team Deutschland gilt die Antwort, auf die die meisten Mitspieler außerhalb des Studios tippen. Pro Kategorie gibt es drei Fragen, nach spätestens sechs Runden steht ein Sieger fest. Behalten die App-Nutzer die Oberhand, werden zehn von ihnen zufällig ausgewählt und teilen sich den Gewinn.

Die Show soll eine Brücke schlagen zwischen mobiler Internetnutzung und guter alter Mattscheibe. Beide Welten zu verschmelzen, ist seit langem der Traum vieler Fernsehmacher. Entsprechend groß waren die Erwartungen an den ersten Anlauf 2014. Entsprechend groß war aber auch die Häme, als die App zu Beginn nicht funktionierte und das gesamte Konzept über den Haufen warf. Pilawa weiß, dass die Fallhöhe der Show erneut hoch ist. "Wenn wir es diesmal nicht schaffen, dann müssen wir nicht nur die saure Himbeere, sondern alle Negativpreise dieser Welt bekommen", sagt er. Die Macher versuchen es nun mit einer speziell für die Show programmierten App. Sie soll mit den Datenströmen besser zurechtkommen als bisher.

Der Hype ist verflogen

Hinter dem "Quizduell" im "Ersten" stehen aber nicht nur wegen der Technik einige Fragezeichen. Der große Hype um die "Quizduell"-App scheint verflogen. "Als wir mit der ersten Sendung kamen, spielten täglich sechs bis sieben Millionen Menschen in Deutschland 'Quizduell'. Dann sank die Zahl auf rund 1,5 Millionen", sagt Pilawa. "Das ist für mich auch ein Problem, das sage ich ganz offen." Während die Fernsehsendung 2014 noch von der Popularität der App profitieren konnte, soll es nun umgekehrt sein. Seit Ankündigung der Show seien die Nutzerzahlen wieder steigend, sagt Pilawa.

Trotz der Fragezeichen hat das "Quizduell" alle Voraussetzungen, erneut ziemlich unterhaltsam zu werden. Der Duell-Modus ist einfach, aber spannend. Zudem läuft die Show täglich live. Pilawa hat also Gelegenheit, auch auf das Tagesgeschehen zu reagieren. Dass er das kann, bewies er bereits im vergangenen Jahr. Selbst für den selbst ernannten "Quizonkel" ist eine tägliche Live-Sendung noch etwas Besonderes. Nicht nur vor der Kamera. "Meine Frau hat gesagt: 'Ich freue mich auf das Experiment, weil du zum ersten Mal geregelte Arbeitszeiten hast'", sagt Pilawa. "Ich kann sogar die Kinder mit ins Bett bringen."

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.daserste.de/quizduell
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