Radeln im Namen Gottes

Der landkreisübergreifende Simultankirchen-Radweg, der seit fünf Jahren in der Oberpfalz mit verschiedenen Schleifen geplant wird, kommt auf die Zielgerade.

Vohenstrauß. (dob) Michaela Wolfinger und Ingrid Voitenleitner sind unter Mithilfe des evangelischen Stadtpfarrers Peter Peischl Koordinatoren für den östlichen Simultankirchen-Radweg. Pfarrerin Lisa Weniger und Werner Bock (Floß) sowie Michael Raab (Püchersreuth) zeichnen in ihrem Gebiet verantwortlich. Unterstützung sagte auch Bürgermeister Günter Stich zu.

Am Freitag, 8. Mai, eröffnet der evangelische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Professor Dr. Heinrich Bedford-Strohm gemeinsam mit Regionaldekan Ludwig Gradl von der Diözese Regensburg und Domkapitular Norbert Winner von der Diözese Eichstätt das ökumenische Großprojekt in Sulzbach-Rosenberg.

Auf dem Bocklradweg

Ehrengäste beider Kirchen und der Politik werden an der Feier teilnehmen, informierten Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler aus Rothenstadt, Ideengeber und Hauptorganisator, mit Peter Kratzer, Referent für öffentliche Fördermittel der evangelischen Landeskirche aus Ansbach, im evangelischen Gemeindehaus Vohenstrauß. Mit dabei waren die ehrenamtlichen Mitarbeiter und Bürgermeister der betroffenen Anrainer der Schleifenrouten 8 und 9. Während die Route 8 mit 38,7 Kilometern den Landkreis Neustadt/WN und Tirschenreuth ausgehend von Floß, Plößberg, Püchersreuth und Schönkirch betrifft, führt die Route 9 über Flossenbürg, Waldkirch, Neuenhammer, Pleystein, Altenstadt, Vohenstrauß, Albersrieth, Haupertsreuth und über Würzelbrunn zurück nach Flossenbürg nur im Landkreis Neustadt/WN. Ein beträchtlicher Teil der 44,4 Kilometer langen Strecke liegt auf dem Bocklradweg.

20 000 Flyer

Leider hat die Planungsgruppe mit dem Tod des Plößberger Heimatpflegers Hermann Heß eine wichtige Stütze verloren. Er habe die Gruppe im Vorfeld mit wichtigen Daten, Fakten und Zahlen versorgt, lobte Kratzer. Vor allem für Spenden wollen die Initiatoren trommeln, denn die Verwirklichung koste viel Geld. In Kürze werden die Flyer in einer Auflage von 20 000 Stück fertiggestellt und auch die Schilder, die an den Simultan-Gotteshäusern gut sichtbar für die ankommenden Radler angebracht werden.

Bis zur offiziellen Eröffnung im Mai soll alles komplett sein. Sollten fehlerhafte Lücken entdeckt werden, würden Fördergelder gestrichen, warnte Kratzer ausdrücklich die Teilnehmer, sich an die Regeln zu halten. 120 Frauen und Männer bringen sich zwischenzeitlich in das Gesamtprojekt ein. Zur Eröffnung sollten die Gäste bestenfalls ihr Rad mit nach Sulzbach-Rosenberg bringen. Pfarrer Pauckstadt-Künkler bat eindringlich die Simultankirchen offen zu halten oder zumindest in den Werbeprospekten bekannt zu geben, bei wem der Schlüssel abgeholt werden kann. Diese Kontaktdaten müssten schnellstens in die Werbematerialien einfließen.

"Es ist schwierig, einen Simultankirchen-Radweg ins Leben zu rufen, aber noch viel schwieriger, ihn mit Leben zu erfüllen", sagte Pauckstadt-Künkler. Für die Gemeinden eine Herausforderung, doch über das Projekt dürfe kein Gras wachsen. Deswegen sind die Koordinatoren der entsprechenden Strecken wichtige Leute, die sich um die Belebung kümmern.

Angedacht sind Radtouren und gegenseitige Schleifenbesuche mit kleinen Festen oder Benefizkonzerte. Jede Idee sei willkommen. "Wir geben das Baby weiter, und sie ziehen es groß", sagte Pauckstadt-Künkler in Richtung der Koordinatoren. Wünschenswert wäre, wenn jede Kommune ein eigenes offizielles Schleifenteileröffnungsfest abhalten würde. Minimum sollte später wenigstens eine Veranstaltung pro Jahr sein. 47 Kirchen in der mittleren und nördlichen Oberpfalz, die ab Mitte des 17. Jahrhunderts evangelische und katholische Christen gemeinsam nutzten, sind durch dieses Radwegenetz miteinander verknüpft.

Faltblatt zu jeder Kirche

Zehn Radwegschleifen mit einer Länge von maximal 50 Kilometern führen zu kleinen Dorfkirchen und stolzen Gotteshäusern aus der Barockzeit. Ein Faltblatt zu jeder Kirche informiert über Besonderheiten und erzählt Geschichten aus der Zeit des Simultaneums.
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