Radprofi freut sich auf idealen Tour-Auftakt und hat schon Olympia im Blick
Tony Martin träumt zwei Träume

Gelb in Utrecht und Gold in Rio: "Das fehlt mir noch in meiner Erfolgsgeschichte", sagte Tony Martin eine Woche vor dem Start der 102. Tour de France am übernächsten Samstag in den Niederlanden. Die erste Etappe in Utrecht ist ein 13,8 Kilometer langes Zeitfahren und ganz nach dem Geschmack des dreimaligen Weltmeisters im Kampf gegen die Uhr. "Eine solche Chance auf Gelb kommt nicht mehr so oft", meinte der 30 Jahre alte Wahlschweizer, der die bisherige Saison gänzlich auf den für ihn magischen 4. Juli ausgerichtet hat.

Er werde "mit 100 Prozent Form am Start stehen", um sich den ersten der beiden großen Radsportler-Träume seines Lebens zu erfüllen. In Rio de Janeiro will er 2016 mit Gold im Zeitfahren ("Das wäre noch größer als das Gelbe Trikot") nachlegen.

Schon zweimal hatte Martin zum Tour-Auftakt die Hand am "Maillot Jaune". 2010 in Rotterdam verhinderte womöglich ein leichter Nieselregen bei seiner Fahrt den Coup - Fabian Cancellara aus der Schweiz war zehn Sekunden schneller. 2012 in Lüttich zerschnitt ihm im Prolog eine Glasscherbe den Hinterreifen. Cancellara, der auch in Utrecht neben Tom Dumoulin (Niederlande) und Adriano Malori (Italien) zu den aussichtsreichsten Martin-Herausforderern zählt, schlüpfte in Belgien erneut ins Gelbe Trikot.

Zu Hause am Bodensee

Diesmal soll es anders laufen. "Ich bin bereit. Die Aufregung wird zwar schon eine andere sein als bei einer Weltmeisterschaft. Aber ich stehe nicht mit zitternden Knien in Utrecht am Start", sagte Martin, der am kommenden Sonntag und Montag bei sich zu Hause am Bodensee die letzten harten Trainingseinheiten hinter dem Auto absolvieren wird. Deshalb verzichtet er auf die deutschen Straßenmeisterschaften in Bensheim und war nur im Zeitfahren in Einhausen am Start.

Der gebürtige Lausitzer wird bereits am Dienstag zum Tourstart anreisen und am späten Abend oder am sehr frühen Mittwochmorgen die Strecke in Utrecht inspizieren. "Abends nach 22 Uhr oder morgens vor 6 Uhr sind die Ampeln abgeschaltet und er kann relativ ungestört die Strecke testen", sagte sein Betreuer Rolf Aldag.

Wenn Martin zum Auftakt an die Spitze des Gesamtklassements rast, stehen die Chancen nicht schlecht, dass er länger auf dem Tour-Olymp verweilen kann.
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