Räte ebnen Weg für Markgraf

Nach 30 Jahren unternahm der Gemeinderat den entscheidenden Schritt. Die Rechtskraft für das Gewerbegebiet Ost/Zweifelau soll der Bauunternehmung Markgraf die Erweiterung ihre Betriebsgeländes ermöglichen.

Immenreuth. (bkr) Mehrere Beschlüsse waren am Donnerstag erforderlich, um den Teilflächennutzungsplan "Umfeld Gewerbegebiet Ost/Zweifelau" und den neuen Bebauungsplan für das Gewerbegebiet auf den Weg zu bringen. Diplomingenieur Matthias Rühl von der Arge Stadt & Land aus Neustadt/Aisch erläuterte die neuen Unterlagen vor.

Den Plänen lag die Forderung des Landratsamtes zugrunde, einen Flächennutzungsplan für die städtebauliche Entwicklung in den kommenden Jahren aufzustellen. Laut Rühl sind der Geltungsbereich des Teilflächennutzungsplans Zweifelau verkleinert und das "Mengengelage" vergangener Jahre geordnet worden.

Das Gewerbegebiet Ost/Zweifelau erhielt teilweise einen neuen Zuschnitt. So hat der Ingenieur das Areal entlang der Bahnlinie mit einbezogen. Es werden dort jedoch keine Gebäude zugelassen. Ausgeschlossen aus dem Gewerbegebiet wurden die bestehenden Wohngebäude der Wilhelm-Markgraf-Straße 14 und 20. Besondere Schallschutzmaßnahmen wie Wälle oder Wände sind für die beiden Anwesen aufgrund der errechneten Schallemissionswerte nicht erforderlich. Vorsorglich werden jedoch Flächen für Schallschutzmaßnahmen entlang der Grundstücksgrenzen ausgewiesen. Die Wilhelm-Markgraf-Straße selbst wird - soweit sie nicht mehr benötigt wird - aufgelassen.

Keine Änderungen gibt es beim Straßennetz. Es erhält bei der Einmündung der Brandacker Straße in die Sudetenstraße nur eine Wendemöglichkeit. Dorthin soll auch das Buswartehäuschen verlegt werden.

Begrünte Dächer

Verkehrsintensive Betriebe wie Tankstellen, Sportanlagen oder Vergnügungsstätten werden im Gewerbegebiet nicht zugelassen. Für die Oberflächenwässer sieht der Plan ein Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von rund 1000 Kubikmetern auf einer Fläche von 1270 Quadratmetern vor. Das Regenwasser von verschmutzten Flächen muss vor der Einleitung gereinigt werden. Matthias Rühl regte eine Begrünung der Dachflächen im Gewerbegebiet an. Damit könnte das Fassungsvermögen des Rückhaltebeckens verringert werden. Inwieweit eine derartige Begrünung in die Ökobilanz eingebracht werden kann, ist noch zu verhandeln. "Wir wollen grüne Dächer."

Schutz für Goldammer

Eine gute Nachricht kam von Bürgermeister Heinz Lorenz. Die Gemeinde kann Ausgleichsflächen für das 33 344 Quadratmeter große Gewerbegebiet anbieten. Darüber hinaus sind Schutzmaßnahmen für die im Gewerbegebiet heimischen Zauneidechsen und Goldammer berücksichtigt. Magerrasen, Hecken und Eingrünungen werden in der Grünordnung einbezogen. Nicht zugelassen werden glänzende Dacheindeckungen. Ausgenommen sind Photovoltaikmodule und thermische Solaranlagen. Unerwünscht sind grelle Farben. Gebäude sind mit gedeckten Farben zu versehen, Werbeflächen auf 20 Prozent der Gebäudelänge zu beschränken. Festgesetzt wurden Gebäudehöhen und Dachneigungen.

Ein Problem stellt die Nivellierung des Geländes dar. "Eine Betriebserweiterung bedeutet große, ebene Flächen", betonte Rühl. Die notwendigen Abgrabungen werden keine negativen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt haben. Betroffen ist Schichtwasser in zwei Meter Tiefe, aber kein Grundwasser. Mit seinen einstimmigen Beschlüssen gab der Gemeinderat den Weg für den nächsten Schritt frei, die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Bürger.
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