Rauchzeichen statt Handy

Kein Feuerzeug oder Zündholz, kein Strom. Kein gehärteter Stahl für die Jagd und kein widerstandsfähiges Werkzeug: Es waren harte Zeiten für die Menschen in der Steinzeit.

Im Sonderpädagogischen Förderzentrum zeigte Lothar Breinl aus Reisbach den Schülern, wie die Menschen vor Tausenden von Jahren mit primitivsten Mitteln überlebten. "Ja, wäre doch der Unterricht jeden Tag so spannend", wünschte sich deshalb ein Bub der kombinierten Förderschulklasse 5/6 bei der Demonstration.

Mit ihm und seinen Klassenkameraden staunte auch die fünfte Klasse der Markus-Gottwalt-Mittelschule. In einem Kooperationsprojekt wurde das Thema für beide Bildungseinrichtungen zum Volltreffer. In Anwesenheit der Schulleiter Andreas Demleitner und Otmar Buchmann gab Steinzeit-Experte Lothar Breinl mit fesselnden Geschichten und Experimenten einen Einblick in das Leben und Überleben der Menschen vor 5000 bis 7000 Jahren.

Feuersteine, Gras, Zunder

Für die Schüler war dabei das Herstellen von Werkzeugen und das Feuermachen besonders beeindruckend. Mit Hilfe von Feuersteinen, gewonnen aus einer seltenen Lagerstätte bei Kelheim, sowie trockenem Gras und Zunder mühte sich der "Steinzeitmensch", eine Glut herzustellen, um die lebensnotwendigen Flammen entstehen zu lassen.

"Der Stahl der Steinzeit war der Stein", bewies Lothar Breinl bei seinen Vorführungen, bei denen Steinzeitbohrer und Pfeilspitzen, Schaber und Kratzer entstanden. Besonders für das Jagdglück als weiterer Lebensgrundlage seien diese primitiven, aber nützlichen Erfindungen lebensrettend gewesen, erzählte er. Ein Handy gefällig? In der Steinzeit halfen sich die Menschen mit Rauchzeichen und Klopfgeräuschen - die Schüler staunten über die originellen Einfälle der Verständigung.

Und an der Haarpracht eines experimentier-bereiten Schülers demonstrierte Lothar Breinl, wie messerscharf die Kanten gebänderten Gesteins sind. "Experimentelle Archäologie", nannte der Steinzeit-Fachmann diese Vorführungen, die er mit Hinweisen zu Ausgrabungen und Funden ergänzte.

Dieser Unterrichtseinheit folgten im Pausenhof "Steinzeit-Tests" in Eigeninitiative unter Anleitung des Experten. Muscheln wurden zu Schmuckstücken geschliffen, ein Werkzeug-Set hergestellt. Und gelochten Brettern entlockten die Schüler überraschende Signaltöne. "Ein pfundiger Unterrichtstag", waren sie begeistert.
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