Raumnot im Archiv

Das Thema Archiv ist nicht verstaubt, sondern hochaktuell: Der Pfreimder Fundus zeigt sich so hervorragend bestückt, dass er platzmäßig an seine Grenzen stößt. Die Stadt muss sich in absehbarer Zeit eine Lösung überlegen.

Pfreimd. (cv) Vom Kreisarchivpfleger gab es ein dickes Lob: Das Pfreimder Archiv wird vorbildlich geführt, es ist eine Vorzeigeeinrichtung. "Kein Wunder bei einem Mann wie Helmut Friedl", hieß es aus der Runde der Stadträte. Bürgermeister Richard Tischler führte das Gremium vor der letzten Sitzung durch Registratur und Archiv in den Räumen im Feuerwehrhaus. Registratur-Material ist auch noch im alten und neuen Rathaus ausgelagert. Tischler wollte "zeigen, was man hat", und den Blick für weiteren Raumbedarf schärfen. Das Archiv platzt aus allen Nähten. Pfreimd kann sich glücklich schätzen, Helmut Friedl zu haben. Seit 20 Jahren betreut der Leiter des Standesamtes ehrenamtlich das Stadtarchiv, wird zusätzlich von der Kommune zwei Stunden in der Woche freigestellt.

Friedl sprühte vor Begeisterung, als er den Stadträten den Bestand, die geschichtlichen Zeitdokumente, erläuterte. Heute noch vorhanden sind Urkunden und Ratsbücher, die beim großen Stadtbrand im Jahr 1800 ausgelagert waren und gerettet wurden. Friedl listete seine Schätze auf, darunter Teilakten der leuchtenbergischen Registratur und des Stadtrichteramtes Pfreimd (18. Jahrhundert), 2100 Urkunden, 5700 Signaturen, das Depot des Pfarrarchivs Pfreimd ab 1650, vier Depotbestände von Vereinen und Organisationen, Typare, Medaillen, Votivgaben, Rosenkränze, archäologische Funde, die Klosterkrippe und Gemälde. In den alten Akten ist der Bau der Wasserleitung ebenso dokumentiert wie der eines Arbeitsdienstlagers. Es gibt alte Handwerksordnungen.

Die Sitzungsprotokolle seit 1590 sind fast lückenlos. Existent auch die Rechnungsbände der Stadt und Spitalstiftung seit 1650. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahr 1542: ein kaiserlicher Schutz- und Geleitbrief nach der Weiherner Blutkirchweih zur Gerichtsverhandlung nach Regensburg.

Im Aufbau sind Sammlungen von Ansichtskarten, Fotos, Karten und Sterbebildern. Eine große Aufgabe ist nun die kontinuierliche Erfassung in ein EDV-Programm und das Filtern von archivwürdigem Registraturgut.
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