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"Lohn für kommunale Solidarität" ist für CSU-Fraktionssprecher Toni Dutz die Entscheidung pro Waldsassen. "Die zusammen mit Freunden aus der Fraktion erarbeitete Strategie war letztendlich erfolgreich." Dieses starke Signal der Einigkeit im Landkreis habe sicher seine Wirkung nicht verfehlt. Dabei hat Dutz als Bürgermeister sogar die Bewerbung Wiesaus zurückgezogen.

Anders Franz Stahl, der erneut die Kreisstadt ins Spiel gebracht und sich mit einem eigenen Konzept für ein Behörden- und Dienstleistungszentrum auf dem ehemaligen SMCS-Gelände beworben hat. "Das ist doch nicht unredlich", sagt der Tirschenreuther Bürgermeister. Enttäuscht, dass er nicht zum Zuge gekommen ist, ist er nicht. "Da bin ich Realist genug." Er freue sich dennoch für die Klosterstadt, auch wenn noch jede Menge Arbeit auf die Waldsassener warte. "Das ist kein vorgezogenes Ostergeschenk, die Eier müssen schon noch bemalt werden", verweist er auf die nicht unerheblichen Eigenleistungen der Stadt bei der ALE-Verlagerung.

"Erst einmal Ruhe bewahren und dann das Beste daraus machen." Diesen Ratschlag gibt jemand, der sich mit Behördenverlagerung schon auskennt: Thomas Gollwitzer , der Chef des Amtes für Ländliche Entwicklung, weiß aus eigener Erfahrung, wie es jetzt bei den Kollegen am Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in München ausschaut. Mit Händen und Füßen haben sich viele seiner Mitarbeiter gewehrt, als sie von Regensburg nach Tirschenreuth umziehen mussten, heute wissen sie die Vorteile des ländlichen Raumes durchaus zu schätzen. "Das ist hier nicht das Ende der Welt, ganz im Gegenteil." Und Gollwitzer sieht mit der Verlagerung der Geo-Datenbank die Kompetenz in Sachen Vermessung im Landkreis Tirschenreuth und hofft, dass vielleicht auch noch ein entsprechender Ausbildungszweig hier installiert wird.

Sehr zufrieden mit dem Söder-Vorschlag ist Wolfgang Lippert . Der Landrat hatte sich schon im Sommer für eine wissenschaftlich-strategische Forschungseinrichtung stark gemacht, die den demografischen Wandel in ganz Bayern steuern sollte. Mit der neuen Geo-Datenbank in Waldsassen könnten dazu die Grundlagen erarbeitet werden. Völlig überrascht hat ihn die Mitteilung über die 20 neuen Arbeitsplätze für Kemnath. "Das ist sehr erfreulich", auch wenn damit wohl die Nebenstelle des Amtsgerichts wegfallen wird. Der Landrat weiß aus Hinweisen aus dem Ministerium, dass die Festlegung des Kreistags und der Bürgermeister auf Waldsassen "nicht ungeschickt war".

Das unterstreicht auch SPD-Fraktionssprecher Rainer Fischer. Überrascht ist er nur von der Art der Behörde. Er hatte erwartet, dass vielleicht Finanzamt oder Polizei aufgestockt würden. Grundsätzlich sieht er die Entscheidung aber positiv. "Interessant werden jetzt der Zeitplan und die Umsetzung."

Während SPD-MdL Annette Karl die Stellenverlagerung als enttäuschend ansieht, weder eine Gesamtstrategie noch Impulse für eine noch positivere Entwicklung der Region erkennt, sieht das der Wunsiedler CSU-MdL Martin Schöffl genau umgekehrt. "Die Behördenverlagerung sorgt für sichere Arbeitsplätze. Und das sorgt für Zuzug in statt Wegzug aus der Region." Ausdrücklich lobt Schöffl das Engagement von Tobias Reiß, der die Marktredwitzer Belange unterstützt habe. (bz)
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