Rechnen für gute Ernte

Kreisobmann Ely Eibisch (rechts) und Direktor Hans-Jörg Schön (von rechts) stellten den Zuhörern (von links) die Sparkassen-Berater Christian Leypold und Daniel Wöhrl, Christian Stock von der Deutschen Leasing Gesellschaft sowie Steuerberaterin Kathrin Kreckl-Kerckhof vom BBV-Beratungsdienst vor. Bild: ak

Die landwirtschaftlichen Betriebe und die Investitionen in moderne Agrartechnik werden immer größer. Deren Finanzierung will daher durchdacht und der jeweiligen steuerlichen Betriebsbilanz und Zukunftsperspektive angepasst sein.

Informationen über Finanzierungsmodelle, steuerliche Investitionsanalyse und Reform der Erbschaftssteuer bot eine gemeinsame Veranstaltung des Bildungswerkes des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) und der Sparkasse Oberpfalz Nord. Direktor Hans-Jörg Schön verdeutlichte, dass die Landwirtschaft stark im Wandel sei. Im Landkreis Tirschenreuth bewirtschafteten bereits 550 Landwirte jeweils mehr als 30 Hektar Grund. Dafür werden ein leistungsfähiger Maschinenpark und moderne Funktionsgebäude benötigt.

"Die eigene Buchführung und Steuerbilanz richtig lesen, ist die Basis für richtige Entscheidungen bei Investitionen und Steuergestaltung", erläuterte Steuerberaterin Kathrin Kreckl-Kerckhof vom BBV-Beratungsdienst. Sie gab einen Überblick über die Bestandsseiten der Aktiva (Anlagevermögen) und Passiva (Eigenkapital) in der Bilanz. Anhand eines Schemas verdeutlichte sie den Unterschied zwischen Roh-, Betriebs- und dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, das nach Abzug von Steuern den Gewinn oder Verlust ergibt.

Einkommen maximieren

"Oberste Maxime für jeden Betriebsinhaber muss sein, das langfristige Entwicklungsziel für sich zu bestimmen, das eigene Einkommen zu sichern und zu maximieren und das Vermögen der Familie zu mehren", verdeutlichte die Fachfrau. Dabei seien die Kriterien Rentabilität, Stabilität und Liquidität des Unternehmens zu bewerten. Maßgeblich bestimmten Verschuldungsgrad, Eigenkapital und die verfügbaren flüssigen Eigenmittel die Stabilität. Ein fester Halt dafür sei die stete Eigenkapitalbildung für Investitionen.

Die Referentin rechnete vor, wie viel Einnahmen eine vierköpfige Familie eines landwirtschaftlichen Unternehmens benötigt. Diese gebe jährlich rund 48 000 Euro unter anderem für den Lebensunterhalt, Versicherungen, Strom, Eigenkapital für Wachstum, private Vermögensbildung und die Einkommensteuer aus. Den Gewinn eines auslaufenden Betriebes bezifferte sie auf 29 208 Euro, den eines Zukunftsbetriebes auf 66 208 Euro. Kreckl-Kerckhof erläuterte die Möglichkeit des Investitionsabzuges, der bei starken Gewinnschwankungen und Sondereinnahmen sinnvoll sein kann. "Oberstes Ziel des Unternehmers darf nicht sein, Steuern zu sparen, sondern seinen Gewinn zu optimieren."

Im zweiten Teil ihres Referates streifte sie die Erbschaftssteuerreform. Kommen werde der Bestandsschutz für bereits beurkundete Übergaben, eine Verschlechterung bei den Verschonungsregelungen (vor allem bei verpachteten Betrieben), die höhere Bewertung des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens und eine Erhöhung der Steuerlast bei Übergaben an weitschichtig Verwandte. Die Freigrenze bei der Erbschaftssteuer beträgt für Ehegatten 500 000, für Kinder 400 000, für Neffen und Nichten und nicht verwandte Erben 20 000 Euro. Der Steuersatz für übersteigendes Erbvermögen beträgt bei 300 000 Euro 11, 20 beziehungsweise 30, bei 600 000 Euro 15, 25 und 30 Prozent. Kurz notiert
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