Regen, Reifen, Raserei

20 mal krachte es in den vergangenen beiden Jahren an der Staatsstraße 2665 zwischen Kulmain und Brand, das letzte Mal am Montag. Vor allem bei Nässe kam es zu Unfällen. Bild:bkr

20 Unfälle gab es in den vergangenen beiden Jahren zwischen Alm-Hofstetten und Frankenreuth auf der Staatsstraße 2665. Schuld daran sind für Polizei und Straßenmeisterei die Autofahrer und nicht die Straße. Dennoch wird der Belag im Herbst nachgebessert.

"Langsamer fahren, Reifengriffigkeit kontrollieren und die Fahrweise dem Wetter anpassen." Das sind die drei Hinweise, die der Dienststellenleiter der Polizei Kemnath, Bernhard Gleißner, parat hat, um Unfälle auf der Strecke zwischen Alm-Hofstetten und Frankenreuth zu vermeiden. Der kurvenreiche Abschnitt ist besonders bei Nässe oder Schnee eine Gefahr für Autofahrer. Das aktuellste Beispiel stammt vom Montag, als ein 87-jähriger Kulmainer verunglückte und ins Krankenhaus musste.

Ein Feuerwehrmann schätzte bei dem Einsatz die Zahl der Unfälle in den vergangenen beiden Jahren auf 15, tatsächlich waren es sogar 20, acht davon 2015. Dabei verletzten sich zwei Personen schwer, elf leicht. Sonst blieb es bei Blechschäden. Bernhard Gleißner fährt die Strecke selbst seit 16 Jahren täglich unfallfrei. Er sieht das Problem dann auch bei den Autofahrern: "Wenn es regnet und man Kurven vor sich erkennt, dann muss es einem bewusst sein, dass man langsamer fährt".

An vielen Abschnitten der Straße ist die Geschwindigkeit bereits auf 80 Stundenkilometer begrenzt, teilweise sogar auf 60. Ein Gefahrzeichen warnt vor Schleudergefahr bei Nässe. Gerhard Kellermann von der Straßenmeisterei Weiden glaubt allerdings nicht so recht an die Wirksamkeit: "Wer trotz dieser Gegebenheiten rast, der lässt sich auch von einem Schild nicht stoppen." Elf der zwanzig Unfälle sind auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. Bei allen regnete es, teilweise lag sogar Schnee. Oftmals sind auch die Reifen zu hart und somit nicht griffig. Gleißner und Kellermann appellieren an die Autofahrer, sich regelmäßig um die Reifen zu kümmern und zu überprüfen, ob sie noch verkehrssicher sind.

Hauptsächlich Autos waren in die Unfälle verwickelt, doch auch einige Motorräder kamen dort von der Strecke ab. Kein Lkw hatte in den vergangen beiden Jahren dort einen Unfall. Einen besonderen Unfallschwerpunkt auf dem Streckenabschnitt der Staatsstraße 2665 konnte Bernhard Gleißner nicht ausmachen. Die Unfälle passieren gleichmäßig verteilt und in beiden Richtungen zwischen Brand und Kulmain. Im gesamten Landkreis gäbe es einige Stellen, an denen es häufiger und schwerer kracht, als zwischen Alm-Hofstetten und Frankenreuth, erklärt Bernhard Gleißner. Besonders Kreuzungen sind eine ständige Gefahr.

Dennoch ist die Häufung auch den Verantwortlichen nicht ganz geheuer. Polizei und Straßenmeisterei haben eine Testfahrt veranlasst. Die ergab, dass die Griffigkeit des Belags zwar noch zulässig, aber doch schon im unteren Bereich sei. Der Verkehr "poliere" die Fahrbahn mit der Zeit, so dass sie bei Regen rutschig wird, stellt Gerhard Kellermann fest. Nun wird die Fahrbahn angefräst, um sie aufzurauhen. Das soll den Halt der Fahrzeuge auf der Straße verbessern. Die Arbeiten sollen noch im Herbst erledigt werden.
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