Religionsunterricht ohne Schuhe
Schulen

Kemnath. (jzk) Als sich die Pforte hinter ihnen schloss, waren die Realschüler in einer anderen Welt. Um, wie im Lehrplan für den Religionsunterricht vorgesehen, die muslimische Religion kennenzulernen und zu verstehen, besuchten die Siebtklässler mit ihren Lehrern die Mevlana Moschee in Weiden.

Nach einem freundlichen Empfang vor den Pforten der Moschee geleiteten Imam Hüseyin Getin und Übersetzerin Tugba Nezir die 178 Mädchen und Buben in den Vorraum. Bevor sie in den Innenraum eintreten durften, hieß es erst einmal: Schuhe ausziehen.

Die Gastgeber erklärten den Schülern alle wichtigen Bestandteile der Moschee. Die Jugendlichen bestaunten die beeindruckenden Ornamente mit den arabischen Schriftzügen an den Wänden und der Decke. Die Offenheit von Imam und Übersetzerin für Fragen aller Art war für sie eine wertvolle Erfahrung. Der anschließende Gesprächskreis gestaltete sich deshalb äußerst lebendig und war geprägt von einem vertrauensvollen Miteinander. Dadurch war es den Schülern leichter möglich, den Islam ebenso wie das Christen- und Judentum als abrahamitische Religion anzuerkennen und ihre gemeinsamen Wurzeln zu entdecken. So betone vor allem die Tatsache, dass Jesus als Prophet eine bedeutende Rolle im Islam spielt, die Nähe beider Religionen. Sämtliche radikalen Bewegungen haben daher nichts mit dem muslimischen Glauben zu tun.

Abschließend fand eine Führung durch die Regionalbibliothek statt, wo neben allgemeinen Informationen zur Ausleihe gezielt auf Literatur rund um das Thema "Islam" eingegangen wurde.
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