Restauriert und eingeweiht

In der Natur erinnern bäuerliche Flurdenkmäler wie Marterln, Bildstöcke oder Feldkreuze an tragische Geschehen oder drücken den Dank an Gott dafür aus, dass ein Ereignis doch noch gut ausgegangen ist. Am westlichen Ortsausgang von Krondorf, am Gebenbacher Kirchenweg, steht auf der Hirtenwiese ein solches Marterl.

In den vergangenen Wochen hat die Dorfgemeinschaft um Ortssprecher Sepp Biehler den 1895 errichteten, denkmalgeschützten Bildstock restauriert. Der Gebenbacher Pfarrvikar Christian Preitschaft weihte ihn im Zuge einer Andacht ein.

Zur Feier, die von der evangelischen Gitarrengruppe aus Traßlberg musikalisch begleitet wurde, fanden sich zahlreiche Dorfbewohner ein. Unter den Anwesenden begrüßte Ortssprecher Sepp Biehler den Autor des 1999 erschienenen Buches "Orte der Besinnung", Alfred Härtl, und seine Frau Edith. In seinem Werk hat Härtl alle Kirchen, Kapellen, Marterln, Bildstöcke und Wegkreuze im Gemeindebereich der Stadt Hirschau erfasst und beschrieben. Auch diesem Marterl hat er eine eigene Seite gewidmet. Unter der Überschrift "Dank für einen Sturz ohne Folgen" klärt er über den Beweggrund für die Errichtung des Bildstocks auf, der bis zur Flurbereinigung in den 50er Jahren etwa 60 Meter weiter vom Ort entfernt gestanden hatte. Wörtlich steht zu lesen: "Der Vorbesitzer des Anwesens Winkler-Kölbel fuhr mit einem Wagen voller Flachs vom Feld heim in das Dorf. Oben auf dem Fuder saßen Kinder. Durch die Erschütterungen auf dem schlechten Feldweg, fiel eines der Kinder vom Wagen herunter auf den Boden. Gott sei Dank, es war nichts passiert, der Schutzengel war zur Stelle. Als Dank dafür, dass nichts passierte, wurde von ihm dieser Bildstock errichtet."

Vor der Segnung des Marterls bezeichnete Pfarrvikar Christian Preitschaft das Denkmal als Zeugnis lebendigen Glaubens. Es sei ein Hilfsmittel für das Gebet im Alltag und diene dazu, Gott ins Leben zu integrieren. Marterln seien Gedenkstätten in unterschiedlicher Form und Ausstattung. Überwiegend würden sie auf Leid und tragische Menschenschicksale hinweisen, seien aber oft auch zum Dank für den glücklichen Ausgang eines Geschehnisses errichtet worden. In jedem Fall forderten sie den Vorbeikommenden zum Innehalten und einem kurzen Moment der Besinnung auf.

Sepp Winkler sorgte dafür, dass bei der Feier auch das Essen und Trinken nicht zu kurz kam. Bei den von ihm spendierten Bratwürsten ließ es sich lange gemütlich plaudern.
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