Resumee nach Brand in Lagerhalle - kein Verdacht auf Brandstiftung
Schlimmstes verhindert

Das große Aufräumen hat begonnen. Das THW hilft mit einem Radlader beim Ausräumen der Glutnester im Stroh aus. Bild: Steinbacher
 
Weithin sichtbar stand die Lager- und Maschinenhalle des Aussiedlerhofes voll in Flammen. Das nötige Löschwasser wurde aus einem Hydranten und zwei Schlauchleitungen zum Schlossweiher im Dorf und einem nahen Fischteich bezogen. Zudem forderten die Verantwortlichen Tanklöschfahrzeuge von Feuerwehren aus dem Umkreis an. Bild: tpl

Großfeuer sind ein schwerer Schlag für jeden Brandleider und eine Herausforderung für die Einsatzkräfte. Bei aller Schicksalhaftigkeit: Besser kann es nicht laufen, resümiert am Tag, nachdem eine landwirtschaftliche Lagerhalle in Lintach in Flammen aufgegangen ist, Kreisbrandrat Fredi Weiß.

Er war selbst draußen in der Nacht zum Donnerstag, nachdem kurz nach 22 Uhr ein Autofahrer, der auf der Staatsstraße 2399 an der Maschinen- und Lagerhalle des Aussiedlerhofes vorbeikam, Alarm geschlagen hatte. Das Gehöft liegt südwestlich von Lintach, einem Ortsteil von Freudenberg, gleich neben der Straße nach Raigering.

Um die Mittagszeit am Donnerstag verschwindet das sich in eine Senke duckende 750-Einwohner-Dorf hinter einem schier undurchdringlichen Waschküchendunst aus Nebel und Qualm, während Benjamin Weiß rund 14 Stunden Einsatz ins Gesicht geschrieben sind. Der stellvertretende Kommandant der Lintacher Feuerwehr war in der Nacht zuvor mit ausgerückt. Jetzt überwacht er mit einigen seiner Leute die vordringlichsten Aufräumarbeiten. Gelöscht ist der Brand seit etwa vier Uhr morgens, erzählt der junge Aktive. Vorbei sei das Feuer aber noch lange nicht.

Halle abrissreif

Von dem Nordteil der rund 50 Meter langen Lager- und Maschinenhalle, die in der Nacht zuvor weithin sichtbar in hellen Flammen stand, sind nur noch verkohlte und ausgeglühte Teile der tragenden Konstruktion übrig.

Mitten im Qualm lässt sich schemenhaft ein Bagger ausmachen. Mit ihm wird das noch rauchende und teilweise glimmende Stroh auseinandergezogen, es hatte das Feuer schier unerschöpflich genährt. Von 700 Großballen sei einmal die Rede gewesen, hat Weiß im Laufe seines anstrengenden Einsatzes irgendwo aufgeschnappt.

Als der stellvertretende Kommandant das erzählt, weiß er nicht, dass sein oberster Vorgesetzter ihm und allen in dieser Nacht eingesetzten Kräften gegenüber voll des Lobes ist. Besser, das betont Kreisbrandrat Fredi Weiß nicht nur einmal gegenüber der AZ, hätte so ein aufwendiger Einsatz nicht laufen können. Alles habe reibungslos geklappt. Am Ende listen Einsatzstatistiken elf alarmierte Feuerwehren plus THW, BRK und Polizei, zusammen vielleicht 150 Leute, auf, und der Kreisbrandrat schwärmt fast schon, wie alles nahtlos ineinander gegriffen habe. "So soll es sein", attestierte Fredi Weiß ebenso den kleinen Feuerwehren vor Ort wie der Unterstützung aus der Umgebung.

Richtige Entscheidungen

Der zuständige Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl, zugleich Kommandant in Freudenberg, habe "absolut zielführend" den Einsatz geleitet und von Beginn an die richtigen Entscheidungen getroffen. Nur so hätte ein noch größeres Unglück und ein Übergreifen der Flammen auf den benachbarten Stall vermieden werden können. Der Schaden ist dennoch beträchtlich, er wird vorsichtig auf rund 500 000 Euro geschätzt. Raub der Flammen wurden ein Traktor, ein Lader, die Strohvorräte und die Halle. Der Hofinhaber erlitt angesichts des Großbrandes einen Kollaps, soll sich am Donnerstag aber wieder einigermaßen erholt haben. Die Rettungskräfte diagnostizierten laut Einsatzberichten zwei leichte Rauchvergiftungen.

Vorsorgliche Routine

Routinemäßig nahm die Amberger Kripo Ermittlungen auf. Doch das Regensburger Polizeipräsidium gab hinsichtlich einer eventuellen Brandstiftung vorsichtig Entwarnung. Vorbehaltlich neuer Erkenntnisse stünde dieser Verdacht derzeit eher nicht im Raum, erklärte Präsidiumssprecher Michael Rebele.
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