Rettung aus dem Fördertopf

An der Schlosskapelle nagt nicht nur der Zahn der Zeit, sondern auch der Holzwurm. Pfarrer Armin Spießl (links) bat Bürgermeister Stephan Oetzinger (Zweiter von rechts) und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher (Dritter von rechts) um Hilfe bei der Fördergeld-Beschaffung. Bild: sei

Der Holzwurm hat vor nichts Respekt. Nicht einmal vor einem Kleinod wie der kleinen Schlosskapelle in Steinfels bei Mantel.

Das kleine Kirchlein St. Maria steht einmal im Jahr, am Frauentag, 15. August, im Mittelpunkt. Beim Ablass ist viel los auf dem Platz vor dem alten Hammerschloss, wenn die Gläubigen in den kleinen Ortsteil pilgern.

Verhängnisvolle Verbindung

Das restliche Jahr über befindet sich das Gotteshaus im Dornröschenschlaf, ebenso das angebaute Schloss. Wenn auch der bauliche Zustand der Kapelle deutlich besser ist als der des ehemaligen Gutssitzes, nagt auch daran der Zahn der Zeit. Und seit kurzem auch der Holzwurm.

"Dagegen muss etwas getan werden", weiß Pfarrer Armin Spießl und lud mit Kirchenpfleger Wolfhard Erling zum Ortstermin ein, zu dem Bürgermeister Stephan Oetzinger, Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher und Architekt Sebastian Grundler nach Steinfels gekommen waren. "Die Kapelle ist Eigentum der eigenen Kirchenstiftung Steinfels, die seit 2009 zur Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in Mantel gehört," informierte Spießl. Gerade wegen der Verbindung zum Schloss gestalte sich die Sanierung schwierig.

Hilfe zugesichert

Umso wichtiger sind laut Geistlichem bestandssichernde Maßnahmen wie eine Behandlung gegen den Holzwurmbefall. Eine solche sei 2014 erfolgreich in der St.-Moritz-Kirche praktiziert worden. Spießl favorisiert eine Begasung. Dafür müsse das abgedichtete Gebäude mit Gas befüllt werden, das den Holzwurm tötet. Die Kosten dafür schätzt die Kirchenverwaltung auf 7000 Euro.

"Ein Erhalt dieses Kleinods ist von großer Bedeutung," betonte Bürgermeister Oetzinger. Auch Bezirkstagsvizepräsident Höher war von der Kapelle angetan und versicherte seine Unterstützung: "So ein schönes Kirchlein muss unbedingt erhalten werden." Oetzinger und Höher wollen versuchen, Fördertöpfe für die Holzwurmbehandlung anzuzapfen.
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