Rettung über Feuertreppe

Die Evakuierung von Rollstuhlfahrern stellte eine besondere Herausforderung für die Rettungskräfte dar. Die Übung bei Regens Wagner barg einige Schwierigkeiten, die aber alle gemeistert wurden.
 
Über die breite Feuertreppe brachten die Feuerwehrleute einige Bewohner behutsam ins Freie. Bild: swt

Dienstagabend, 18.30 Uhr. Per Funk erreicht die Feuerwehren aus Auerbach, Michelfeld und Nasnitz die Meldung: "Rauchentwicklung im Obergeschoss der Wohngruppen bei Regens Wagner." 25 Personen befinden sich zurzeit des Einsatzes in den Häusern.

Diese Nachricht für die Wehren löste eine große Übung am Gelände der Regens-Wagner-Stiftung Michelfeld am Hofmühlweg aus. Schnell waren die Michelfelder Wehrleute vor Ort, legten Schlauchleitungen und sondierten die Lage. Im ehemaligen historischen Mühlengebäude, wo die beiden Gruppen untergebracht sind, sollte der Ernstfall geprobt werden.

Rollen übernommen

Simuliert wurde die Alltagssituation am Abend, wo sich einige Bewohner in ihren Zimmern aufhielten, andere gemeinsam beim Fernsehen im Wohnzimmer saßen. Mitarbeiter übernahmen zum Teil die Rollen der gefährdeten Bewohner. So wurde angenommen, dass sich eine Person in ihrem Zimmer versteckt hat, eine andere lag fixiert in ihrem Bett. Hier mussten die Atemschutzträger die Fixierung lösen, dazu gibt es in den Einsatzwägen spezielle Magnete. Mit der unter der Matratze angebrachten Rettungsdecke wurde die Person schließlich über die Feuertreppe nach draußen gebracht. Ein Mitarbeiter hatte die Rolle dieses Bewohners übernommen.

Mit Atemschutz

Die Atemschutzträger der Feuerwehren Michelfeld und Auerbach wechselten sich ab, um die Menschen in Sicherheit zu bringen. Im Erdgeschoss galt es, zwei Rollstuhlfahrer zu retten. Mit schwerem Atemschutz spürten die Feuerwehrleute die gefährdeten Personen auf.

Als schwierig gestaltete sich die Rettung einer Frau, die sich versteckt hatte und mit drei Atemschutzträgern aus ihrem Zimmer getragen werden musste. Die Rolle übernahm eine Mitarbeiterin. Andere waren über die Übung informiert worden und ließen sich meist ohne Probleme von den Einsatzkräften über die Feuertreppen nach draußen zum Sammelpunkt bringen.

Kurz nach 19 Uhr hieß es schließlich, alle Leute sind in Sicherheit. Lange Schlauchleitungen hatten sowohl Michelfeld als auch Nasnitz gelegt, diese sorgte für Wassernachschub unter anderem aus dem Flembach. Zum Einsatz kam auch die Drehleiter der Auerbacher Wehr, die im Hofmühlweg stationiert war. Der Brandschutzbeauftrage der Regens- Wagner-Stiftung Michelfeld, Ronald Dobmeier, hatte die Übung zusammen mit den Kommandanten der beteiligten Wehren und den Bereichsleitern der Wohngruppen geplant und abgesprochen. Kreisbrandmeister Hans Sperber und Kreisbrandinspektor Peter Deiml machten sich vor Ort ein Bild vom Einsatz.

Auch Bürgermeister Joachim Neuß kam zur Einrichtung. Die Bereichleiter Florian Webert, Bernhard Danzer und Bernd Weschenfelder beobachteten das Geschehen. Nicht zum ersten Mal wurde ein möglicher Brandeinsatz mit den Bewohner geübt. Für die Wehrmänner ist es wichtig, zu wissen, wie es im Ernstfall in den Gebäuden aussieht. Auch die Bewohner sind dann nicht zum ersten Mal mit solch einer Situation konfrontiert.

Alles unter Kontrolle

Gegen halb acht erteilten die Einsatzleiter die Meldung, alles unter Kontrolle, alle konnten in ihre Wohngruppen zurückgebracht werden. Bei einer anschließenden Besprechung und einer kleinen Brotzeit wurden die Vorgänge analysiert.

Bei den historischen Gebäuden ist zwar brandschutztechnisch alles gut ausgerüstet, dennoch ist eine solche Übung von Zeit zu Zeit notwendig, um im Ernstfall schnell handeln zu können.
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