Rettungsaktion erfolgreich

Rita und Ambros Ott hatten das alte "Hüwl-Bildl" geborgen und dem Nachbarn Karl Köstler aus Ernestgrün übergeben. Der "Bölln-Koarl" (rechts) übernahm kostenlos die Restaurierung und fertigte neue Halterungen. OWV-Vorsitzender Meinhard Köstler (Zweiter von links) befestigte alles wieder an seinem alten Platz. Rita Ott sprach ein Gebet und weihte den Bildbaum mit mitgebrachtem Weihwasser. Bild: hfz

Das Ehepaar Ott von Rothmühle hat das alte "Hüwl-Bildl" gerettet. Karl Köstler hat das Symbol für gelebte Volksfrömmigkeit restauriert.

Mit einem von Rita Ott verfassten Weihe- und Dankgebet ist die Rettung eines besonderen Flurdenkmals beendet worden. Seit dem 2.Weltkrieg hatte das Baumbild an einer alten Föhre am Ernestgrüner Kirchsteig mitten "in den Hüwln" gehangen. Seinen Namen hat der Standort in dem Wäldchen zwischen Ernestgrün und der Kapplkirche von den Erdhügeln und Lehmlöchern. Sie erinnern noch an die Hafner-Familie Hegen von Rothmühle im 19. Jahrhundert.

Als das Wäldchen vor gut 60 Jahren durchforstet wurde, musste für die "Muttergottes mit Kind" ein neuer Platz gefunden werden - gegenüber dem alten "Milchbankl" an der Kreuzung der Tirschenreuther Straße mit dem Rothmühlweg zur Kapplkirche. Mittlerweile war auch ein Holzkreuz dazu gekommen. Dass dieses Flurdenkmal dort angebracht worden war, hat mehrere Gründe.

Muttergottes verschollen

Einmal waren in dem Wäldchen früher Totenbretter gelagert, an die nach deren Verschwinden die täglichen Gottesdienstbesucher damit direkt am Weg zur Kirche vielleicht erinnert werden sollten. Andererseits schien die hl. Maria besondere Wertschätzung zu genießen. Auch beim Waldeingang am alten Rothmühlener Fußweg nach Ottengrün über den "Hoabooch" (Hagbach) hatte eine verschollene Muttergottes in einem Holzschrein dem Wanderer den Weg gezeigt. Als ein Sturm anfangs der 80er Jahre den zweiten Standort zerstört hatte, erhielten Baumbild und Kruzifix seinen endgültigen Platz an der heutigen Bushaltestelle.

Durch die Jahre war das Bild der gekrönten Gottesmutter verblichen und samt dem Karton darunter morsch geworden. Die Metallhalterung des Kreuzes rostete ab - alles fiel zu Boden. Die Eheleute Rita und Ambros Ott von der Rothmühle hatten vor einigen Wochen das Bild und den Gekreuzigten geborgen und dem versierten "OWV-Restaurator" Karl Köstler aus dem Nachbardorf Ernestgrün gezeigt. Aber nach seinem Urteil war außer dem gusseisernen Herrgott nichts mehr zu retten. Er besorgte ein neues Bild, montierte es hinter Glas und setzte es in einen wetterfesten Rahmen mit Kupferverkleidung.

Das Bild, wieder eine Muttergottes mit dem Jesuskind, zeigt das Gnadenbild "Maria-Hilf" aus dem Kloster Gubel in der Schweiz. Der Gekreuzigte wurde gereinigt, frisch bemalt, auf einem neuen Holzkreuz angebracht und wieder am alten Baum befestigt. OWV-Vorsitzender Meinhard Köstler bedankte sich bei den Beteiligten: "Diese Aktion war zwar nichts Spektakuläres, aber sie ist für alle Vorbeikommenden künftig sichtbares Zeichen gelebter Volksfrömmigkeit."
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