Rezept fürs Krankenhaus

Roland Schusser (links) hat sich Gedanken zum Krankenhaus gemacht. Das Ergebnis der Überlegungen hat er Landrat Andreas Meier übergeben - mit mehr als 3000 Unterschriften von Menschen, die seine Forderungen unterstützen. Bilder: rn (2)

Das Eschenbacher Krankenhaus soll nicht länger leer stehen. Mit dieser Forderung wendet sich Roland Schusser an den Landrat. Um den Wunsch wahr werden zu lassen, übergab er nicht nur Tausende Unterschriften, sondern auch ein Konzept, das wirtschaftliche Aspekte nicht ausklammert.

Umbau statt Rückbau: Roland Schusser möchte sich mit dem Ende des Krankenhauses nicht abfinden. Unter dem Titel "Verbesserung der medizinischen Versorgung im westlichen Landkreis Neustadt/Waldnaab" hat der 43-jährige Krankenkassenfachwirt deshalb eine Petition initiiert. Seit April haben sie 3097 Menschen unterzeichnet, 2798 davon aus dem Landkreis Neustadt. Inzwischen hat Schusser die Liste an Landrat Andreas Meier übergeben samt einiger Vorschläge zu Verbesserung der medizinischen Versorgung.

Lieber nach Pegnitz

Im Text zur Petition beschreibt der Sohn des früheren Bezirks-, Kreis- und Stadtrats Martin Schusser die Situation und zu erwartende Veränderungen in der Region bis 2030. Nach der Schließung der Krankenhäuser in Eschenbach und Neustadt und dem Übergang der Versorgungsverpflichtung auf den Standort Weiden sei es fraglich, ob sich die Bettenauslastung tatsächlich erhöhe.

Schließlich lassen sich nicht alle Eschenbacher Patienten tatsächlich in Weiden behandeln, nur weil es ihr Krankenhaus nicht mehr gibt. "Die Einwohner der Region tendieren nach Schließung des Krankenhauses Eschenbach eher nach Pegnitz, Bayreuth und Sulzbach-Rosenberg." Schusser verweist darauf, dass sogar immer mehr Schwangere aus Kemnath ihre Kinder in Pegnitz zur Welt bringen.

Die Kliniken AG solle sich bemühen, ihre Ressourcen besser zu nutzen, die Menschen wohnortnah zu versorgen. Dafür böte sich das größtenteils leerstehende Krankenhauses Eschenbach an. Schusser räumt ein, dass ihm wirtschaftliche und juristische Daten für eine genau Analyse fehlen. Er verweist aber auf die im Gesetz vorgesehene "grundsätzliche Möglichkeit, Filialpraxen in Eschenbach zu eröffnen". Ärzte könnten neben einer Niederlassung auch bei einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) fest angestellt werden. Schusser glaubt, dass dies die Kosten für die Kliniken AG und das wirtschaftliche Risiko für den Vertragsarzt minimieren würde. Nebenbei ließe sich so der Notarztstandort sichern: "Die Ärzte könnten während ihrer Präsenzzeit und abhängig von ihrer Fachrichtung, Sprechstunden in dieser Filialpraxis anbieten." Auch dies entlaste die AG finanziell.

"Das Krankenhaus Eschenbach könnte als ambulantes OP-Zentrum fungieren", denkt Schusser noch weiter. Selbst niedergelassene Ärzte könnten Filialpraxen betreiben. "Da es sich um planbare Operationen handelt, können Fahr- und Präsenzzeiten der Ärzte koordiniert und auf ein wirtschaftlich vertretbares Maß gebracht werden." Zusätzlich verweist er auf Fördermöglichkeiten der Kassenärztliche Vereinigung und des Freistaat Bayerns. Noch eine Möglichkeit bringt der Petitionstext ins Spiel: "Sollte sich ein privater Klinikbetreiber für das Krankenhaus Eschenbach finden, ist das Gebäude vonseiten der Kliniken Nordoberpfalz AG unverzüglich zu günstigen Konditionen an den neuen Betreiber zu veräußern oder zu vermieten."

Wenig Mitspracherechte

Landrat Meier versprach, die Wünsche der Unterzeichner im Aufsichtsrat der Kliniken AG vorzubringen. Da der Landkreis aber nur 1,5 Prozent der AG trägt, seien seine Möglichkeiten allerdings begrenzt. Gespräche zu dem Thema soll es mit Kliniken-Vorstand Josef Götz und Aufsichtsratsvorsitzendem Wolfgang Lippert im Dezember geben.
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