"Rosetta" selbst soll Komet "Tschuri" zu Leibe rücken
Tiefflieger im All

Die Oberfläche des Kometen "Tschuri" mit der Landestelle. Bild: ESA/Rosetta/MPS for Osiris Team
Nach dem spektakulären Absetzen eines Mini-Labors auf dem Kometen "Tschuri" wird die Raumsonde "Rosetta" auf Tiefflüge über dem Gesteinsbrocken vorbereitet. Für Ende Januar sei geplant, dass sich "Rosetta" aus rund 5 Kilometer Abstand auf bis zu etwa fünf Kilometer heranwagt, sagt der Chef des Flugbetriebs bei der Europäischen Weltraumagentur Esa, Paolo Ferri. Die Tiefflüge erlaubten besonders detaillierte Fotos. "Tschuri" saust Richtung Sonne und soll ihr im August nächsten Jahres besonders nahe sein. Auf seiner Reise entwickelt er den typischen Kometenschweif.

"Der Kometenschweif hat schon angefangen", sagt Ferri. "Die Aktivität wächst praktisch ständig." Die Tiefflüge seien aber nicht wirklich gefährlich. "Nur wenn die Aktivität des Kometen plötzlich steigt." Dann müsse der Flug von "Rosetta" korrigiert werden und die Sonde wieder einen größeren Abstand zu "Tschuri" einnehmen. Von "Rosetta" aus war dem Mini-Labor "Philae" eine abenteuerliche Landung auf "Tschuri" geglückt - eine noch nie dagewesene Aktion in der Raumfahrtgeschichte.

Unterdessen veröffentlichte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf seiner Website das Geräusch, das das dreibeinige Mini-Labor "Philae" beim Aufsetzen auf "Tschuri" gemacht hatte. "Ein kurzer, aber bedeutender Rumms", analysierten die Wissenschaftler. Der DLR-Forscher Klaus Seidensticker glaubt zu hören: "Erst setzt Lander ,Philae' auf einer mehrere Zentimeter dicken, weichen Schicht auf, dann treffen die Füße einige Millisekunden später auf eine harte, vielleicht eisige Schicht." Das Geräusch dokumentiere "den allerersten Bodenkontakt eines menschengemachten Objekts mit einem Kometen".

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Asteroid im Visier

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Der für diesen Sonntag geplante Start einer japanischen Sonde mit dem deutschen Asteroidenlander "Mascot" (Mobile Asteroid Surface Scout) an Bord ist verschoben worden. Wegen schlechter Wetterbedingungen könne die Trägerrakete H-IIA mit der Sonde "Hayabusa 2" nicht wie geplant abheben, teilte die japanische Raumfahrtagentur Jaxa am Freitag mit. Die Rakete könne frühestens am Montag starten. Der neue Termin werde nach Prüfung der Wetterlage sobald wie möglich bekanntgegeben. Der zehn Kilogramm schwere Lander "Mascot" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) soll auf dem Asteroiden "1999 JU3" abgesetzt werden. Die Reise dorthin wird rund vier Jahre dauern. (dpa)
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