Rosmarin macht Appetit

Die Ernährungsreferentinnen brachten schon eine gehörige Portion Fachwissen mit und waren dennoch überrascht, was Kräuterkoch Andreas Meier an praktischen Tipps und Kniffen auf der Pfanne hatte. Bild: Völkl

Koch- und Lehrbücher wurden beiseite gelegt: Was Kräuterkoch Andreas Meier den Ernährungsreferentinnen servierte, waren Kniffe und Feinheiten aus der Praxis - garniert mit einer Portion Humor.

Nabburg. (cv) Die Auswahl an Kräutern und Gewürzen ist heute so groß wie nie zuvor. Erst durch sie bekommt das Essen Pfiff. Raffiniert kombiniert lassen sich aus einem Lebensmittel immer wieder neue Gerichte zaubern. Kräuter und Gewürze bringen Farbe auf den Teller - und sind gesund. Auf Einladung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und des BBV-Bildungswerkes ließen sich 20 Ernährungsreferentinnen aus der Oberpfalz und dem Landkreis Eichstätt bei ihrer Fortbildung in die Welt der Kräuter und Gewürze entführen.

Leckeres Menü

Nachdem die Leiterin der Abteilung Bildung und Beratung, Elisabeth Beer, einen Überblick über die im Handel angebotenen Gewürze und Kräuter gegeben hatte, ging es mit Kräuterkoch Andreas Meier in die Schulküche. Dort weihte er die Frauen in die Kunst des Würzens ein und bereitete zusammen mit ihnen ein Drei-Gänge-Menü zu. Lecker: Als Vorspeise gab es Zander auf Fenchelgemüse und Feldsalat, als Hauptspeise Hähnchenkeule mit Kreuzkümmel, Müsliwirsing und Maronenpüree. Der Nachtisch bestand aus marinierter Birne mit Lebkuchenmus, Topinambur-Orangen-Ragout und Trauben-Vanilleeis.

Nach der Verkostung informierte Elisabeth Beer die Teilnehmer über die wichtigsten Inhaltsstoffe und deren Wirkung auf den Menschen. Was Kräuter und Gewürze für die menschliche Ernährung so wertvoll macht, sind die sekundären Inhaltsstoffe, denen eine gesundheitsfördernde und heilende Wirkung zugeschrieben wird. Beispielsweise regen Beifuß, Ingwer, Paprika oder Rosmarin den Appetit an und fördern die Verdauung. Anis, Bohnenkraut, Kümmel oder Majoran beugen Blähungen vor. Salbei, Thymian oder Knoblauch wirken antibakteriell.

Ein reger Erfahrungsaustausch ergab sich zur Lagerung und Bevorratung von Kräutern und Gewürzen. Grundsätzlich sind Kräuter am wertvollsten, wenn sie frisch verwendet werden und kurz vor der Blüte, vormittags bei sonnigem Wetter geerntet wurden. Gewürze behalten ihr volles Aroma, wenn sie im Ganzen gekauft und erst bei Gebrauch im Mörser angestoßen oder gemahlen werden. Zerkleinerte Kräuter und gemahlene Gewürze sollten nur in kleinen Mengen eingekauft und dunkel, kühl und unter Luftausschluss gelagert werden. "Früher häufig genutzte Konservierungsmethoden wie Einlegen in Öl oder Essig, das Konservieren mit Salz oder Zucker erleben heute wieder eine Renaissance", berichtete Elisabeth Beer. So geben Kräuteröle und -essige den Salaten eine besondere Note und werden ebenso wie Gewürzsalze und -zucker als selbsthergestellte Köstlichkeiten aus der eigenen Küche gerne verschenkt. Dass man Kräuter auch als Tee zu sich nehmen kann, ist bekannt. Mit einigen frischen Blättern Melisse und Pfefferminze lassen sich auch Mineralwasser und Säfte aromatisieren und mit Kardamom sogar Kaffee.

Für Kurse gewappnet

Die Referentinnen erhielten zum Abschluss frisch hergestelltes Kräutersalz sowie ein Kompendium mit dem nötigen Hintergrundwissen und Steckbriefen zu 43 verschiedenen Kräutern und Gewürzen, damit sie den Teilnehmern in ihren Kursen Rede und Antwort stehen können.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8194)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.