Roswitha Scheidler holt aus Kartoffeln alles heraus
Eine Delikatesse

Was man aus Kartoffeln so alles machen kann, demonstrierte Roswitha Scheidler (links) den Damen in Trevesen. Bild: lpp
Die Kartoffel hat einen weiten Weg hinter sich. Seit man sie in Europa kennt, ist die Zeit der großen Hungersnöte vorbei. Die wertvolle Knolle war ursprünglich in Südamerika beheimatet, bevor sie ihren kulinarischen Siegeszug um die Welt angetreten hat.

Hauswirtschaftsmeisterin Roswitha Scheidler, die beim katholischen Frauenbund in Trevesen "Oberpfälzer Schmankerln" aufkochte, informierte die zahlreichen Besucherinnen über die Geschichte des berühmten Gemüses. 1647, zum Ende des 30-jährigen Krieges, betrieb Hans Rogler aus Pilgramsreuth in der Region den ersten Feldbau mit den Erdäpfeln. Um 1700 ist der Anbau in Wiesau, Speinshart und Pullenreuth nachgewiesen, der Anbau in Nieder- und Ober- sowie Altbayern erfolgte erst rund 100 Jahre später.

Das kalorienarme Gewächs, 100 Gramm enthalten nur 87 Kilo-Kalorien, Eisen, Jod, Calzium und zahlreiche Vitamine, eignet sich zur Herstellung vielfältigster Gerichte. Roswitha Scheidler, die für ihre Gerichte gerne die Sorte "Quarta" verwendet, kredenzte in Trevesen einen "Erdäpflkas" als Brotaufstrich, lud zur herzhaften, mit Sahne verfeinerten Suppe ein und kredenzte einen "Bräislboard". Sie formte Erdäpfeltaler, "Schopperla" und Fingernudel. In Fett herausgebacken, mit Kraut gegessen, eine wahre Oberpfälzer Delikatesse.

Den krönenden Abschluss bildete ein Waldfrucht-Tellerchen mit Sahne-Quark. Mit Witzen und Gedichten zum "Erdepfl" garnierte die Expertin ihre Ausführungen. Vorsitzende Marielle Kuchenreuther dankte dafür herzlich.
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