Rot, groß und ganz schön lang

Bürgermeister Joachim Neuß (Sechster von links) überreicht den Zündschlüssel für die neue Drehleiter an Kommandant Sven Zocher (Vierter von rechts). Mit im Bild die Ehrengäste der Einweihungsfeier. Bild: swt

Eine Bescherung, vier Wochen vor Weihnachten, gab es am Wochenende für die Auerbacher Brandbekämpfer. Bürgermeister Joachim Neuß sprach sogar von einem der bedeutendsten Ereignisse seit Bestehen der Feuerwehr.

Das neue Drehleiterfahrzeug DLAK 23-12 ist endlich eingeweiht und in Betrieb genommen. "Mit diesem mächtigen Präsent wollen sie hoch hinaus, weil sie hoch hinaus müssen. Dies ist auch ein Feiertag für die Sicherheit der Bürger", freute sich Neuß. Es sei kein Geschenk der Stadt, sondern im Gegenteil, "die Schenkenden sind die Ehrenamtlichen, die ihr Leben im Einsatz für andere riskieren". Kommandant Sven Zocher ließ die Geschichte der Drehleitern Revue passieren, die mit einer Holzleiter 1883 begann. Dreimal spendete die Familie Gnan eine generalüberholte Leiter.

Aus dem Verkehr gezogen

Am 7. Februar diesen Jahres kam die Hiobsbotschaft per Handy. "Mein 2. Kommandant Michael rief mich an und teilte mir mit, dass der TÜV die Drehleiter nicht mehr freigibt. Eine Reparatur würde 100 000 Euro kosten." Zocher erzählte von seinem "Schock", denn die Drehleiter wurde mit sofortiger Wirkung aus dem Verkehr gezogen. Gott sei Dank habe man schnell eine Leihleiter der Firma Metz bekommen. Nun galt es, sich um eine neue Drehleiter zu bemühen. Es folgten viele Gespräche mit der Stadt und unzählige Stunden zur Begutachtung von möglichen Geräten. "Was brauchen wir, was ist Luxus?" Der Zufall kam zu Hilfe, die Auerbacher erfuhren, wenn zwei gleiche Leitern bestellt werden, gibt es einen Sonderzuschuss des Freistaates Bayern von zehn Prozent.

Mit der Feuerwehr Hirschau fand sich ein Partner, der ebenfalls eine Leiter brauchte. Ein Ingenieurbüro aus Nürnberg half bei der Antragsstellung zur europaweiten Ausschreibung. Es gelang binnen weniger Monate, die Drehleiter der Firma Metz in Kombination mit einem Fahrzeug der Bayreuther Feuerwehrfachfirma Ludwig zu bestellen.

Am 7. November kam die Drehleiter in Auerbach an. 32 Meter kann sie ausgefahren werden, besitzt ein knickbares Leiterteil, bis zu 4,60 Meter lang. Der Korb ist in Kastenknotenbauweise gefertigt und trägt ein Gesamtgewicht von 450 Kilo. Gesteuert wird über Joysticks. Auch ein Unterflureinsatz mit zu 15 Meter ist möglich, etwa bei Wasserrettungen.

"Kein Spielzeug"

"Das Fahrzeug selbst hat 290 PS und ist kein Spielzeug für die Feuerwehr", betonte Zocher. "Es ist notwendig für die Rettung von unserer Bürger." Auch überörtliche Hilfe kann wieder geleistet werden. Rund 300 000 Euro muss die Stadt Auerbach berappen, noch einmal fast die gleiche Summe gibt es als Fördermittel. Stolz präsentierten die Kameraden ihr neues Gefährt AS-AU 301 auch den Kollegen der Ortswehren und der Feuerwehr Hirschau sowie der Patenwehr aus Pegnitz. Pfarrerin Helga von Niedner erteilte zusammen mit Dekan Dominik Sobolewski den kirchlichen Segen mit den Worten: "Ihr Einsatz ist gelebte Nächstenliebe, eine Segen für die Kommune ist der ehrenamtliche Einsatz".

Bürgermeister Joachim Neuß übergab den Schlüssel des Fahrzeuges an Kommandant Sven Zocher, Feuerwehrbeauftragter Josef Lehner überreichte einen Christophorus. Kreisbrandrat Fredi Weiß sprach ebenfalls seine Glückwünsche aus.
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