Rücklagen schmelzen dahin

Fast eine Million Euro hat die Gemeinde Weiding an Reserven. Jetzt reißen Investitionen ein Loch in den Sparstrumpf. Die sanierungsbedürftige Kläranlage ist dabei wohl der größte Posten.

Auf Rekordhöhe waren 2014 die Rücklagen der kleinsten Gemeinde im Landkreis angewachsen. 910 109 Euro hatte die Kommune auf die hohe Kante gelegt. Doch nun sehen sich die 491 Einwohnern trotz einer an sich soliden Infrastruktur mit einer neuen Situation konfrontiert: Der Sparstrumpf wird geplündert. Der Grund: rückläufige Steuerkraft und fällige Investitionen. Dies wurde bei den Haushaltsberatungen in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats deutlich.

Schon heuer schwinden die Rücklagen um 237 500 Euro. Dem Gremium lag ein umfassender Vorbericht von Kämmerer Josef Maier vor. Nur wesentliche Positionen waren Thema bei der Sitzung. Aktuell hat Weiding 491 Einwohner, 1970 waren es noch 665. Die Kommune verfügt über 2242 Hektar mit 14,7 Kilometern an Gemeindestraßen. Die Hebesätze für Grundsteuer A liegen bei 350 Prozent, für Grundsteuer B bei 300 Prozent und bei 320 Prozent für Gewerbesteuer. Der Etat wurde mit 683 000 Euro im Verwaltungshaushalt bei einer Zuführung von 37 000 Euro an den 380 000 Euro umfassenden Vermögenshaushalt einstimmig beschlossen. Grünes Licht gab es auch für die Finanzplanung von 2014 bis 2018.

Schule teurer

Gestiegen ist die Umlage für die Grund- und Hauptschule, und zwar auf 14 600 Euro (Vorjahr: 12 350 Euro) bei derzeit 7 (Vorjahr: 5) Schülern. Die Kosten für Kindergarten und Kinderkrippe Schönsee erhöhen sich auf 60 000 Euro (41 700 Euro). Neu ist ein Beitrag von 1800 Euro für den Naturparkverein.

Für den Unterhalt der Gemeindestraßen einschließlich Winterdienst, wobei sich in Weiding keine Kreisstraße befindet, wurden 123 900 Euro (53 800 Euro) angesetzt, denen 26 700 Euro (22 100 Euro) Zuweisung vom Land gegenüberstehen. Im Abwasserbereich ergibt sich ein Defizit vom 17 800 Euro (21 000 Euro), und bei der Wasserversorgung von 9450 Euro (11 300 Euro). Für die Unterhaltung der Waldwege sind 8000 Euro (5000 Euro) vorgesehen und als Umlage für die Tourist-Information 6000 Euro (12 800 Euro).

In der Finanzwirtschaft stehen auf der Einnahmeseite bei unveränderter Grundsteuer mit 40 400 Euro, für die Gewerbesteuer 18 000 Euro (20 000 Euro). Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer liegt bei 183 000 Euro (172 000 Euro), die Schlüsselzuweisung beträgt 232 650 Euro (206 400 Euro). Dem stehen die Kreisumlage mit 170 900 Euro (191 500 Euro) und die Verwaltungsumlage mit 75 600 Euro (61 000 Euro) gegenüber.

80 000 Euro für Breitband

Im Vermögenshaushalt sind 3900 Euro für den Digitalfunk enthalten. Für 2017 ist die Anschaffung eines Löschfahrzeuges vorgesehen. Für die Einrichtung eines Gemeindearchivs sind 2000 Euro eingeplant. Die Sanierung des Altar in der Setterlkapelle schlägt mit 35 000 Euro zu Buche. Dazu sind 25 000 Euro für die Ausstattung eines Bauhofes angesetzt, während für die Breitbanderschließung 80 000 Euro als Vorleistungen vorgesehen sind, allerdings gibt es dafür auch erhebliche Fördermittel.

26 000 Euro sind im Haushalt für Grunderwerb reserviert und 20 000 Euro für Planungskosten zur Erhaltung des ehemaligen Volksschulgebäudes. Der größte Brocken ist mit 100 000 Euro die Summe für Planungskosten zur Sanierung der Kläranlage (wir berichteten).
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