Rückstand bricht das Genick

Einen schweren Stand hatten die SpVgg-SV-Spieler gegen den kompromisslos auftretenden TSV Aubstadt. In dieser Szene müht sich Stefan Graf (rechts) gegen den Aubstädter Max Schebak ab. Bei der 0:1-Niederlage zeigten die Weidener zu wenig Konstruktives, um die erste Saisonniederlage abwenden zu können. Bild: A. Schwarzmeier

Drittes Saisonspiel, erste Niederlage: Die SpVgg SV Weiden hat die Reifeprüfung nicht bestanden. Im Heimspiel gegen den TSV Aubstadt zeigte sich, dass diese Bayernligasaison ungleich schwerer wird als die letzte. Bei allen Beteiligten - Trainer, Spieler, Funktionären und Fans - wird Geduld vonnöten sein.

Weiden. (af) 0:1 verloren, das klingt knapp. Letztendlich fiel die Niederlage aber deutlicher aus als das Ergebnis aussagt. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit brach den Schwarz-Blauen der frühe Gegentreffer in der zweiten Hälfte das Genick. Bei einem Eckball stand Martin Thomann frei und hämmerte das Leder zum Aubstädter Siegtreffer unter die Latte (47.) - bereits sein drittes Saisontor.

"Der Sieg war absolut verdient. Meine Mannschaft hat ihr bestes Gesicht gezeigt", sagte TSV-Trainer Josef Francic bei der Pressekonferenz. Der Coach, der sich im vierten Anlauf über seinen ersten Dreier am Wasserwerk freute, feierte mit einem Weißbier und schob nach: "Wenn wir einmal führen, dann braucht der Gegner Kunst und Glück."

Beides hatten die Gastgeber an diesem Tag nicht. Nur in einer kurzen Phase in Halbzeit eins schnupperte die SpVgg SV am Erfolg. Michael Busch zog in der 8. Minute aus 20 Metern ab, Gästekeeper Felix Reusch parierte jedoch mühelos. Und als Christoph Hegenbart drei Minuten später aus kurzer Distanz nur das Außennetz traf, hatte die Heimelf bereits ihr Pulver verschossen.

Robuste Aubstädter

Der TSV Aubstadt deutete bereits vor der Pause an, wieso er aus Hof alle Punkte entführt und zuletzt Regionalligaabsteiger FCE Bamberg mit 4:0 abgefertigt hatte. Die Unterfranken standen robust in der Abwehr, hatten Vorteile in den Zweikämpfen und starteten schnörkellose Gegenangriffe. Torgefahr entwickelten die Rot-Weißen aber nur sporadisch. Einen Kopfball von Michael Dellinger (19.) entschärfte Dominik Forster, Julian Grell schob das Leder knapp am Pfosten vorbei (43.). Ansonsten ließ die Weidener Abwehr wenig zu, das SpVgg-SV-Mittelfeld arbeitete kompakt. Dort feierte Florian Reich (17) sein Debüt in der Startelf mit manch klugem Pass in die Tiefe.

Vielleicht hätten die Nordoberpfälzer sogar ein 0:0 über die 90 Minuten bringen können, wenn man sich nicht jenen Sekundenschlaf gleich nach Wiederbeginn geleistet hätte. Denn fortan brachten die SpVgg-SV-Akteure kein Bein mehr auf den Boden. "Wir haben eigentlich Räume im Mittelfeld gehabt, aber zu viele Fehler gemacht und keine Chancen erarbeitet", klagte Innenverteidiger Andreas Wendl. "Der Gegner wäre machbar gewesen."

Aber nur, wenn sich nicht ein ungenauer Pass an den nächsten gereiht hätte. Der Wille, gegen die Niederlage anzukämpfen, war vorhanden. Nur verlor sich der Weidener Eifer in hektischen und planlosen Aktivitäten. Die Fans mussten bis zur 77. Minute auf die erste Chance nach der Pause warten: Ralph Egeter knallte das Leder aus 14 Metern über die Latte. Ansonsten war der SpVgg-SV-Kapitän abgemeldet, ebenso Josef Rodler und der nach einer Stunde ausgewechselte Christoph Hegenbart. Auf der Gegenseite hatten die Unterfranken mehrmals die Gelegenheit zur Vorentscheidung.

Niederlage akzeptieren

"Aubstadt war sehr gut organisiert", lobte Weidens Trainer Tomás Galásek den Gegner, der mit dem 1:0-Erfolg die Tabellenführung übernahm. Weniger Gutes bekamen seine Akteure zu hören: "Unser Spiel war zu statisch. Wir haben nach dem Gegentor zu wenige Ideen entwickelt." Negative Auswirkungen auf Lerneifer und Psyche seiner Mannschaft befürchtet der Ex-Profi nach seiner ersten Niederlage als Bayernliga-Trainer jedoch nicht: "Wir haben verloren und müssen das akzeptieren. Die Mannschaft kann das wegstecken." Zumindest etwas Positives hat laut Galásek die Schlappe: "Wir reisen am Samstag bestimmt nicht als Favorit zu Eintracht Bamberg."
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