Ruhe und Erholung am Faaker See in Kärnten
Eine Kraftquelle im Süden

Der Blick von der Burgruine Finkenstein zum Faaker See ist atemberaubend. Dreht man sich um, sieht man den Mittagskogel. Bild: Kunz

Der Faaker See wird auch gerne die Südsee Österreichs genannt. Zumindest ist er der südlichste und der wärmste aller Österreichischen Seen.

Wer in einem Ruderboot in Ufernähe übers Wasser gleitet, kann bis zum Grund des Sees blicken. Das rührt vom kalkhaltigen Grund her. Aber auch von der Reinheit des Wassers. Sieht man von einer Woche im September ab, in der rund 60 000 Harley-Biker das Ostufer belagern, ist Urlaub am Faaker See Entspannung pur. Vor allem für den, der sich in der Mitte des Sees aufhält, auf der Insel. Anfang September herrscht allerdings auch hier ein paar Tage lang Ausnahmenzustand.

Das ist die Zeit, wenn die Motoren dröhnen und schwere Rockmusik aus der riesigen weißen Zeltstadt über das Wasser schallt und die Biker ausgelassen feiern. Das internationale Harley-Treffen ist zur Marke geworden - zum Event und zu einem Aushängeschild, mit dem sich hier auch werbewirksam wuchern lässt. Die Gemeinde lebt gut damit.

Die Idylle schätzen

Auch die Insel grüßt dann mit großen weißen "Harleywood"-Lettern, die den berühmten "Hollywood"-Zeichen in Los Angeles nachempfunden sind. Die Gäste kommen hierher, weil sie die Idylle schätzen, sagt die nette Dame am Empfang des Inselhotels. Sie beschreibt die Ruhe, die Abgeschiedenheit und vor allem die Verkehrsfreiheit. "In dem Moment, wo man von der Anlegestelle übersetzt, lässt man alles drüben und fährt in eine andere Welt. Probleme bleiben auf dem Festland zurück."

In Spitzenzeiten verkehrt das kleine Elektroboot, das zum Inselhotel gehört, bis zu 150 Mal am Tag zwischen den beiden Anlegestellen. Der Bootsführer kommt sofort, sobald man im Bootshaus eine bestimmte Nummer wählt. Früher gab's hier einen regen Schiffsverkehr rund um die See. "Das ging auf Zuruf. Die Klappschilder gibt's immer noch", erzählt Geschäftsführer Erich Gumpitsch.

Damals sei hier auf der Insel sogar Landwirtschaft betrieben worden. In den 70er Jahren wurde der öffentliche Linienverkehr auf dem See eingestellt. Die Insel ist acht Hektar groß. Ein Inselrundgang dauert 20 bis 30 Minuten. Gumpitsch kommt ins Schwärmen. In einem Satz beschrieben: "Eine Kraftquelle im Süden Kärntens, wo ich die Seele baumeln lassen kann."

Die Insel und die Landschaft sind geradezu ideal für Romantiker und Leute, die Ruhe suchen. Etwa auf der Burgarena Finkenstein, einem europaweit bekannten Veranstaltungszentrum. Hier treten Künstler wie Peter Maffay auf. Die Ruine liegt auf einem steil abfallenden Felsen am Fuße der Karawanken. Erstmals erwähnt wurde die romanische und spätgotische Burg 1142. Sie war eine starke und prächtige Burg, die sich im Besitz der Herzöge von Kärnten befand. Sie galt als sicher. Kaiser Friedrich III. hatte seinen erst zehnjährigen Sohn Maximilian und seine Tochter Kunigunde 1469 für längere Zeit hierher geschickt. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wird sie nicht mehr bewohnt.

Eine Herausforderung

Von der Burg aus gibt es atemberaubende Ausblicke auf den Faaker See. Hausberg ist der Mittagskogel (2143 Meter), eine echte bergsteigerische Herausforderung. Die Anfahrt empfiehlt sich über Latschach. Von Anfang Juni bis Ende September ist die Bertahütte auf 1567 Meter Höhe geöffnet und bewirtschaftet. Wer zur Mittagskogelscharte weitersteigt, wird von einem gewaltigen Ausblick auf die Julischen Alpen belohnt. Einen herrlichen Rundblick über das Alpenpanorama genießt der Wanderer am Gipfelkreuz.

Als kleiner Hausberg ist der Tabor (725 Meter) mit seinen vielen Wanderwegen und dem Hochseilpark bekannt. Bis Oktober ist die Jausenstation geöffnet. Der Berg Tabor galt während der Zeit der Türkeneinfälle den Bewohnern als Fluchtburg. 1478 war er Schauplatz eines der ganz dunklen Kapitel der Türkenkriege, als sich nämlich 300 Menschen in die Kirche St. Jakob geflüchtet hatten, die dann von den Osmanen in Brand gesetzt wurde.

Ein Geheimtipp ist der finstere Eichwaldsee, der sich dem Wanderer ganz anders präsentiert, als der freundliche, türkisblaue Faaker See. Kärnten ist ja nicht groß. Man erreicht von hier schnell alle neun Täler des Landes. 10,8 Kilometer ist die Seeumrundung lang. Man kann die Strecke auch zu Fuß gehen, zum Teil auf der Straße, zum Teil hügelig durch den Wald. Die Umrundung ist aber auch mit dem Rad möglich.Das Radwegenetz ist schön angelegt, wie überall in Kärnten.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.faakersee.at ww.kaernten.at
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