Ruhmesblatt und Kreisel
Ruhmesblatt und Kreisel

Den Samen für Ruhmesblätter können die Stadtgärtner getrost in der Tüte lassen. Denn was ein Teil der politischen Vertreter im Sitzungssaal des historischen Rathauses diese Woche so bot, dafür braucht's weder großartige Anerkennung und schon gar kein Lob. Als hätten die orange gewandeten Beschäftigten des Bauhofs für sie einen (Debatten-)Kreisverkehr errichtet, der zwar eine Ein-, aber keine Ausfahrt mehr hat. So drehten sich eine Stunde lang die Sprecher der Fraktionen bei der Frage zur Zukunft von Stadtgärtnerei und Bauhof.

Nun wäre dagegen nichts zu sagen, wenn das Thema gerade erstmals auf dem Tisch gelegen wäre. Aber Eingeweihte wissen, dass darüber schon in den neunziger Jahren debattiert worden war - also läuft das Ganze unterdessen über eine Distanz von rund 20 Jahren. Da sollten eigentlich alle wesentlichen Punkte erörtert sein.

Wenn sich Synergien tatsächlich so ergäben wie aus CSU-Reihen vorgetragen, oder auch, wenn man mit den Kosten für einen Neubau tatsächlich mit der Stange im Nebel rumstochern würde, oder der Wert der zwei genutzten Grundstücke völlig unbekannt wäre, dann hätte diese Diskussion ja noch Sinn gemacht.

Freilich, nach 20 Jahren kommt's tatsächlich jetzt auch nicht mehr auf vier Wochen bis zum nächsten Treffen des Gremiums an. Und wenn davon die Rede war, dass ein Neubau etwas für die nächsten 20 bis 30 Jahre sei, welches Haltbarkeitsdatum erwartet man sich denn dann bei einer Sanierung?

Nimmt man nun mittelfristig 1,8 Millionen Euro für die Neugestaltung von Gärtnerei und Bauhof in die Hand, dann sollte das doch zumindest für eineinhalb bis zwei Jahrzehnte der Nutzung ausreichen. Damit bräuchte aber auch die ohnehin mit 50 Millionen Euro Schulden schon geschundene Stadtkasse nicht über Gebühr strapaziert werden.
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