Säckchen mit 50 Gramm Rauschgift zwischen den Polstern eines Sofas vor der Polizei versteckt - ...
Heroinhändler geht in den Knast

Amberg/Schwandorf. (hwo) Die Schlussrunde kam schneller als erwartet. Weil er ein ihm gehörendes Säckchen mit 50 Gramm Heroin zwischen den Polstern eines Sofas vor der Polizei versteckte, wurde ein 33-Jähriger aus Schwandorf zu über drei Jahren Haft verurteilt. Er muss außerdem in die geschlossene Drogentherapie.

An sich hatte die Erste Strafkammer des Landgerichts Amberg vor, weitere Zeugen zu hören. Doch das erübrigte sich. Denn plötzlich gab es ein sogenanntes Rechtsgespräch zwischen Verteidiger Dr. Gunther Haberl, Staatsanwalt Tobias Kinzler und den Richtern. Dabei sicherte die Kammer eine Haftstrafe zwischen dreieinhalb und vier Jahren zu, wenn der auf der Anklagebank sitzende Mann ein Geständnis ablegen würde. Er räumte ein, dass er im Vorjahr ein Säckchen mit 50 Gramm Heroin besaß, eine Wohnung an der Dachelhofer Straße in Schwandorf besuchte und dort mit amtsbekannten Leuten aus der Drogenszene feierte.

Plötzlich klingelte es draußen und herein traten Rauschgiftfahnder der Amberger Kripo. In diesen Augenblicken holte der 33-Jährige etwas aus seiner Tasche, griff mit den Händen hinter sich und versteckte einen Gegenstand zwischen den Sofapolstern. Es handelte sich um in Folie verpackte 50 Gramm Heroin, die an diesem Nachmittag verhökert werden sollten. Jedes einzelne Gramm repräsentierte einen Schwarzmarktwert von 100 Euro. Die Fahnder hatten keine Mühe, das Heroin zu finden.

Dem erwerbslosen Mann wurde außerdem von Staatsanwalt Kinzler angelastet, in elf Fällen jeweils fünf Gramm Heroin an den Mieter der damals durchsuchten Wohnung verkauft zu haben. Dieser Anklagepunkt wurde eingestellt, weil der Drogenkunde zwar gegenüber der Polizei den 33-Jährigen belastet hatte, vor der Kammer aber vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte. Der psychiatrische Sachverständige Thomas Lippert (Nürnberg) hatte dem in Schwandorf lebenden Mann eine Drogenabhägigkeit attestiert und dazu geraten, ihn in eine längerfristige Therapie zu schicken. Für diese Unterbringungsmaßnahme sprachen sich auch Verteidiger Haberl und Staatsanwalt Kinzler in ihren Plädoyers aus. Bei der Haftstrafe klafften ihre Anträge allerdings auseinander: Haberl verlangte drei Jahre, Kinzler dreieinhalb. Die unter Vorsitz von Christian Frey tagende Kammer schickte den 33-Jährigen drei Jahre und drei Monate hinter Gitter.
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