Sänger und Patienten hörten auf sie
Verstorben

Mantel. (sei) Kurz vor ihrem 86. Geburtstag war Rosemarie Billers Leben zu Ende. Es war geprägt von Musik und Gesang sowie von der Berufung zur Krankenpflege. Sie kam am 15. April 1929 in Mantel zur Welt und wuchs mit ihrer Schwester Anna auf. Nach der Ausbildung zur Krankenschwester arbeitete sie zunächst in Neustadt/WN und Hof. Danach war sie bis zur Rente Pflegedienstleiterin im Klinikum St. Marien in Amberg.

Ihr Steckenpferd war die Musik. Die Organistin der katholischen Gemeinde Weiherhammer half als Dirigentin beim "Liederkranz" aus und begleitete den Kirchenchor Weiherhammer. Sie war auch viele Jahre stellvertretende Leiterin des Männergesangvereins Mantel, als ihr Neffe, Chorleiter Michael Bertelshofer, beruflich an den Main versetzt worden war. Sie meisterte mit dem Männergesangverein Passionssingen und die Gestaltung des Europatages in Weiden. Einige Jahre leitete sie in Mantel eine Frauensinggruppe.

Rosemarie Biller wurde bereits 1992 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und erhielt im Dezember 2011 von Staatssekretär Markus Sackmann im Manteler Rathaus als vierte Einwohnerin im Landkreis den Bayerischen Verdienstorden. Sie erhielt die Auszeichnung weil sie ihr ganzes Leben dem Dienst am Nächsten gewidmet hatte und sich damit große Verdienste um den Freistaat und die Oberpfälzer Heimat erworben hat. Dabei war Biller eher zurückhaltend und bescheiden. Sie mochte es eigentlich gar nicht, in der Öffentlichkeit zu stehen und geehrt zu werden. Stolz war sie, dass sie eine Rot-Kreuz-Wallmenich-Schwester war. Bürgermeister Stephan Oetzinger bedauert, dass Mantel eine engagierte Mitbürgerin verliert. Sie ist bislang die einzige Mantelerin, die den Bayerischen Verdienstorden bekam. Auch einige Vereine verlieren ein treues Mitglied. Versorgt wurde Biller von ihrer Schwester sowie von Neffe Michael und seiner Frau Maria. Nach der Eucharistiefeier am Samstag um 10 Uhr in St. Moritz wird Rosemarie Biller auf dem Friedhof in Mantel beigesetzt. Der Verstorbenen lag immer die Moritzkirche am Herzen. So ist es wohl eine gute Fügung, dass seit dieser Woche St. Moritz Manteler Hauptkirche ist, wo sie immer die Orgel gespielt hat.
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