Sakraler Leuchtturm

Mit dem Bildungs-, Sport- und Einkaufszentrum bildet das künftige religiöse Multifunktionszentrum den Kristallisationspunkt des Eschenbacher Stadtteiles "New Town Netzaberg". Bild: do

Ursprünglich sollte die "Chapel Netzaberg" eine Nummer größer werden. Doch auch in seiner neuen Dimension präsentiert sich der "Dom zu Netzaberg" als markantes Wahrzeichen, das weit in die Oberpfalz hineinleuchtet.

Chapel-Komplex nennt die US-Militärgemeinde Grafenwöhr ihr künftiges kirchliches Zentrum in der New Town am Netzaberg. Für deutsche Verhältnisse erreicht die "Kapelle" eher schon die Größe eines Domes. Maximal 672 Besuchern soll das Gotteshaus einmal Platz bieten. Dienen soll das mächtige Bauwerk den Gläubigen nicht nur als Gebetsraum. Ausgestattet mit üppigen Kommunikationsmöglichkeiten soll es zur multireligiösen Begegnung einladen.

Das Besondere: Der Innenraum lässt sich teilen. Eine Trennwand ermöglicht die Aufteilung in einen Andachtsraum (Worship Center) und in einen neutralen Veranstaltungsraum (Activity Center). Hinzu kommt eine Taufkapelle im Turm. Seminar- und Schulungsräume, Sakristei, Büros, eine Bibliothek, Plätze für Kinderbetreuung, Multifunktionsflächen, Umkleiden, Küche und Sanitärräume, die rund um das Kirchenschiff angeordnet sind.

Mitnichten eine einfache "Chapel" für die 1000 Soldatenfamilien der New Town und die vielen Armeeangehörigen außerhalb. Immerhin waren für das Projekt auf dem höchsten Punkt des Netzaberges im Haushalt der Vereinigten Staaten 16 Millionen Dollar eingeplant. Gut elf Millionen Euro lautete dann die Vergabesumme. Der Kirchenbau ist der letzte Mosaikstein des Efficient-Basing-Projekts (EBG), das einmal auf eine Milliarde Dollar veranschlagt war.

Die Großinvestitionen ergänzte ein deutschlandweit einmaliges städtebauliches Entwicklungskonzept auf dem Netzaberg. Die Planungshoheit lag im Verantwortungsbereich der Stadt Eschenbach. In der Folge entstanden Wohnquartiere für knapp 4000 Menschen. Den Mittelpunkt bildet ein Bildungs- und Sportzentrum mit Grund- und Mittelschule, Kindertagesstätte, Jugendzentrum, Sportstätten und Village-Center. In unmittelbarer Nähe dieser Einrichtungen entstand nun der "Dom zu Netzaberg". Netzaberg wurde zum Ortsteil der Stadt Eschenbach.

Nach dem Gerüstabbau kommt die weiße "Kathedrale" erst so richtig zur Geltung. Die Firmen Mickan und Peter Groß als Generalunternehmer und das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach als Projektsteuerer hoffen auf einen Fertigstellungstermin im Juni 2016. "Dem Himmel entgegen" bezeichnen die Architekten Brückner & Brückner aus Tirschenreuth ihr spektakuläres Projekt. Der 33 Meter hohe Kirchturm auf dem Scheitelpunkt des Netzaberges kommt dieser Vision schon einmal ein bisschen entgegen. Mit etwas Fantasie ist im Netzaberger Dombau auch der Traum der Planer zu entdecken, Nordoberpfälzer Landschaftsformen in das sakrale Kunstwerk einfließen zu lassen.
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