Sanierung bringt nicht viel

Kommandant Felix Müller (rechts) listete den Mitgliedern des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsausschusses die Mängel am Feuerwehrhaus Floß auf. Bild: bey

Wegen fehlender Ausweich- und Erweitungsmöglichkeiten am vorhandenen Standort, empfiehlt der Gemeindeunfall-Versicherungsverband den Neubau eines Feuerwehrhauses. Das ist offenbar im Sinne des Bauausschusses.

Floß. (bey) Kommandant Felix Müller zeigte beim Ortstermin, wo es am bisherigen Domizil hapert. Die alarmierten Kräfte haben nur eine Zufahrt zum Feuerwehrhaus. Daraus können sich Gefahren für die Schüler entwickeln. Die Stellplätze für die alarmierten Aktiven reichen nicht aus.

Nachdem in den Fahrzeugen Sitzmöglichkeiten für 24 Personen vorhanden sind, müssten Stellplätze in gleicher Zahl vorhanden sein, zitierte Müller aus einem Gutachten der Versicherer. Kritisch wird es auch, wenn Fahrzeuge abrücken: Parkende Autos können den Einsatz behindern. Laut den gesetzlichen Bestimmungen müssten zwei Fahrzeuglängen vor dem Gerätehaus frei bleiben. Ebenso fehlt ein sicherer Zugang für die alarmierten Kräfte zum Gerätehaus.

Abgase unzumutbar

Das einzige Tor dient dem Abrücken der Fahrzeuge und als Zugang für die Helfer. Ein Zusammenstoß ist nicht auszuschließen. Der Schulungsraum, gleichzeitig auch Treffpunkt für die Jahreshauptversammlungen, verfügt über keinen zweiten Rettungsweg. Aus den Unterlagen ist nicht zu ersehen, ob die Elektrik des Hauses jemals überprüft wurde. Eine Nutzung der Waschhalle ist nicht möglich, weil die Fahrzeuge nicht einfahren können. Deshalb werden die Fahrzeuge ohne Ölabscheider auf der öffentlichen Fläche im Freien gewaschen. Der Ölabscheider im Gebäude ist defekt und muss ersetzt werden.

Die Abgasabsauganlagen in der Fahrzeughalle entsprechen nicht mehr den Vorschriften, weil die dazugehörigen Schläuche aufgehängt werden müssten. Ebenfalls dürfe die Einsatzkleidung wegen der krebserregenden Abgase nicht in der Halle selbst aufbewahrt werden. Das kurze Laufenlassen eines Motors zeigte, welcher Abgaswolke die Wehrmänner und -frauen ausgesetzt sind. Mittlerweile können die vorhandenen Bügel für die Feuerwehrhelme nicht mehr genutzt werden. Die jetzt zu verwendenden Kunststoffhelme sind zu groß dafür. Die Umkleiden reichen nicht für beide Geschlechter aus, von den Sanitäranlagen ganz zu schweigen.

Diese Mängel seien bereits seit 2009 bekannt, betonte Müller. Damals hatte sie die Regierung der Oberpfalz moniert. Einen Bestandsschutz für diese Zustände verneinte der Sachbearbeiter schon damals. Die Schlauchtrocknungsanlage wird bereits seit dem Bau des Feuerwehrhauses als restlos unzureichend, ja sogar als unsinnig, bezeichnet. Ebenfalls können aufgrund der fehlenden Heizung die Schutzanzüge der Einsatzkräfte nicht ausreichend und schnell genug trocknen.

Müller stellte die Kosten einer fast nicht möglichen Sanierung einem Neubau gegenüber, bei dem es auch noch Zuschüsse gebe. Unterm Strich koste die Sanierung nach Schätzung rund 480 000 Euro, ein Neubau an anderer Stelle unter Abzug von Zuschüssen und auch mit einem Ansatz für den Verkauf des jetzigen Gebäudes rund 641 500 Euro. Der Kommandant hatte auch gleich mal einen Entwurf mitgebracht, wie ein neues Feuerwehrhaus in seinem Grundriss aussehen könnte.

Marktrat Siegfried Schuller trug zur Ehrenrettung der damaligen Entscheidungsträger bei. Er erinnerte daran, dass es um den Standort eine Riesendiskussion gegeben habe. Die letztliche Entscheidung sei dann von allen Fraktionen mitgetragen worden. Noch bei der Einweihung habe das Feuerwehrhaus die Auszeichnung "non plus ultra" erhalten. Die Parkplatzfrage für alarmierte Wehrmänner hat sich laut Schuller damals nicht gestellt: Die meisten kamen zu Fuß oder höchstens mit dem Mofa.

Keine falschen Vergleiche

Schuller räumte aber ein, dass die Abgassituation nicht mehr zumutbar sei. Ein Umbau, oftmals für denkbar erachtet, wäre ein unzureichender Kompromiss. Auch Harald Gollwitzer und Oliver Mutterer sind dafür, sich über einen Neubau Gedanken zu machen.

Bürgermeister Günter Stich bat die Fraktionen, die Angaben des Kommandanten aufzunehmen. Er dankte der Wehr für die Einsatzbereitschaft trotz der Mängel. Ein Vergleich mit anderen Wehren, besser oder auch schlechter gestellt, sollte aber unterbleiben.
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