Sanierung risikoreich

Die Brunnen-Schließungen in den Gemeinden Mantel und Weiherhammer sind eine Vernunftentscheidung. Von vier Förderschächten haben drei beträchtliche Mängel, die nur mit enormen Kosten und auch dann nicht ohne Zukunftsrisiken saniert werden könnten.

Die in den 1950er Jahren gebohrten, jetzt stark nitratbelasteten Brunnen I und II liegen in einem intensiv landwirtschaftlich genutzten Areal zwischen Mantel und Rupprechtsreuth. Ob eine Sanierung der Schächte dauerhaft die Nitratmarke senken würde, vor allem bei einer ungewissen Entwicklung der Grenzwerte, sei unsicher, nannte Verbandschef Stephan Oetzinger einen Aspekt . Der bereits 2013 stillgelegte Brunnen III liegt nahe der Manteler Turnhallesiedlung. Das Wasser, das er gefördert hat, war uranbelastet. Die Ursache: Laut Oetzinger wurde im über 100 Meter tiefen Schacht aus Verbund-Sandstein-Formationen geogenes Uranvorkommen ausgespült. Entdeckt hat man solche Verseuchungen erst ab 2004/2005. Vorher ist Trinkwasser auf dieses radioaktive Metall hin überhaupt nicht beprobt worden.

Erhalten bleibt dem Zweckverband der in der 1990er Jahren gebohrte Brunnen IV, der aufgrund seiner Lage im Lindacher Waldgebiet durch niedrige Nitratwerte (18,4 mg) glänzt. Er bleibt am Netz und speist künftig mit Wasser von der "Steinwaldgruppe" die Leitungen der Manteler und Weiherhammerer. Neue Brunnen wird es im Verbandsgebiet wohl nicht geben. Allein die Probebohrungen würden zu viel Geld verschlingen, der Erfolg wäre ungewiss, schränkte Oetzinger ein. Der Anschluss an die "Steinwaldgruppe" sei die schnellste Möglichkeit, die Wasserversorgung und -qualität langfristig zu überschaubaren Kosten zu sichern.

Wie mit den stillgelegten Schächten verfahren wird, will der Zweckverband Anfang Februar mit dem Wasserwirtschaftsamt Weiden klären. Was oberirdisch von den Brunnen zu sehen ist, wird wohl verschwinden, die Einbauten ebenfalls, vermutete Oetzinger. Üblicherweise werden die Brunnen dann mit Erde verpresst. Möglich wäre es, dass ein Schacht so erhalten wird, dass er in größter Not reaktiviert werden könnte. (ise)
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