Sanierung startet noch im April

Bürgermeister Johann Burger (links) stellte am Donnerstagabend Details zum Sanierungsprojekt vor. Als Vertreter der Kirchenverwaltung war Wolfgang Kreger mit dabei. Bild: lnz

Spätestens im November dieses Jahres soll das Werk vollendet sein: Bürgermeister Johann Burger stellte am Donnerstagabend den Zeitplan und weitere Details der bevorstehenden Sanierung des Leonberger Jugendheims vor. Gleichzeitig warb er um kräftige Mithilfe.

Vor rund 20 Besuchern eines Infoabends im Jugendheim - darunter auch mehrere Gemeinderatsmitglieder - machte Burger deutlich, dass das Gebäude durch umfassende Maßnahmen deutlich aufgewertet werde und dann auch noch in Jahrzehnten für Veranstaltungen genutzt werden könne. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass es die Überlegungen bereits seit zehn Jahren gebe, die Gemeinde das Projekt aber aus finanziellen Gründen immer wieder zurückgestellt habe.

Bis zu 286 Personen

Verschärfte Brandschutzauflagen hätten eine Sanierung letztlich unaufschiebbar gemacht. Der Saal des Jugendheims sei aktuell nur für 59 Personen zugelassen, was für viele Veranstaltungen nicht ausreichend sei. Zwar gebe es Ausnahmeregelungen, die unter anderem das Aufstellen von Nottreppen erlauben, aber diese seien keine Dauerlösung. "Man weiß nie, was passiert", sagte Burger und verwies auf einen Vorfall in Vohenstrauß Mitte März, wo das Versprühen von Löschpulver bei einer Party zu einer panikartigen Flucht der Besucher geführt hat. Nach der Sanierung sollen sich 286 Personen im Saal aufhalten dürfen.

Ursprünglich sei geplant gewesen, das Brandschutzkonzept umzusetzen, ein Behinderten-WC und einen Treppenlift einzubauen sowie die elektrischen Anlagen zu erneuern. Entstanden wären Kosten in Höhe von rund 196 000 Euro. Wegen der in Aussicht gestellten Fördermittel habe sich der Gemeinderat aber geeinigt, gleich noch weitere Maßnahmen anzupacken, um nicht in wenigen Jahren wieder Bauarbeiten starten zu müssen. Und so beinhalte das inzwischen rund 260 000 Euro teure Projekt unter anderem auch die Erneuerung der bestehenden Toilettenanlagen und der Treppe zum Dachboden sowie die Neugestaltung des Saals.

Höhere Förderung

Johann Burger erklärte, dass das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) zunächst bis zu 150 000 Euro an Fördermitteln in Aussicht gestellt habe. Diese Summe werde sich aber noch erhöhen, wie er kürzlich erfahren habe. Den genauen Betrag wolle er jedoch erst öffentlich nennen, wenn der Gemeinderat die Vereinbarung mit dem ALE abgesegnet hat. Fest steht, dass sich die politische Gemeinde und die Pfarrei als gemeinsame Eigentümer des Jugendheims die verbleibenden Kosten teilen. Unterstützung erhält die Kirchenverwaltung dabei in Form eines Zuschusses von bis zu 25 000 Euro durch das Bischöfliche Ordinariat.

Der Bürgermeister betonte, dass das Projekt in der jetzigen Form nur zu stemmen sei, wenn engagierte Bürger mit anpacken. Nach einer kurzen Diskussion erklärte sich die große Mehrheit der Anwesenden bereit, ehrenamtliche Arbeitsstunden zu leisten. 3. Bürgermeister Alois Männer zeigte sich auf einen Vorschlag hin damit einverstanden, eine leitende Funktion zu übernehmen. Soviel wie möglich solle in Eigenleistung erledigt werden, Interessenten können sich jederzeit an die Gemeindevertreter wenden.

Nach der letzten Veranstaltung im Saal am 18. April sollen die ersten Arbeiten beginnen. Kostenlos zwischengelagert werden könne das Inventar auf dem Anwesen von Josef Hecht, wie Johann Burger erfreut mitteilte. Die Baumeisterarbeiten sollen Mitte Mai starten, wobei Architekt Anton Glaßl betonte, dass der gesamte Zeitplan flexibel sei.

Martin Teubner bemängelte, dass die Hauptarbeiten nun anders als ursprünglich geplant in die Hochsaison für Bau- und Handwerksbetriebe fielen, was mit höheren Preisen verbunden sein könnte. Architekt Glaßl konnte diese Sorge nicht teilen und sah angesichts der Konkurrenzsituation auf dem Markt keine negativen Auswirkungen.

"Pfarr- und Jugendheim"

Johann Burger ermunterte alle Beteiligten, jederzeit Ideen und Änderungsvorschläge einzubringen. Nicht zuletzt erklärte der Bürgermeister, dass das Gebäude nach der Sanierung offiziell "Pfarr- und Jugendheim" heißen werde - damit wolle man den Eigentumsverhältnissen Rechnung tragen. Ansprechpartner bleibe aber die Gemeinde.
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